/, Gesundheit, Vorsorge/Orthorexie: Wenn gesunde Ernährung krank macht

Orthorexie: Wenn gesunde Ernährung krank macht

Kann eine gesunde Lebensweise krank machen? Was auf den ersten Blick wie eine bizarre Frage klingt, birgt tatsächlich ein ernstzunehmendes Risiko. Wer aus dem Wunsch heraus, sich gesund zu ernähren, einen Zwang entwickelt, der läuft Gefahr an Orthorexie zu erkranken. Diese noch recht junge Erkrankung tritt immer häufiger auf und wird ausgelöst durch die fehlende Rücksichtnahme auf die grundlegenden Bedürfnisse des menschlichen Körpers.

Orthorexie – Ein Phänomen der Neuzeit

Unter Orthorexie versteht man den Zwang sich möglichst gesund zu ernähren. Grund für diesen Zwang  ist unter anderem, dass die moderne Konsumgesellschaft gerade im Bereich der Nahrungsmittel aktiv dazu anregt.

Dabei wissen Ernährungsberater und Experten sehr wohl, dass nicht alles gesund ist wo gesund draufsteht. Bei der Orthorexie treten vor allem Mangelerscheinungen auf, die auf der fehlenden Zunahme von Nährstoffen beruhen. An Orthorexie Leidende streichen folglich zu viel von der Speisekarte, aus Angst es könnte nicht den Qualitätsstandards entsprechen, krebserregend sein oder zu viele Kohlenhydrate oder Zucker enthalten. Die betroffenen Patienten leiden damit quasi unter einer selbstverursachten Folgeerkrankung und sind ohne ausgiebige Beratung nicht in der Lage, sich „wieder“ richtig zu ernähren. Mögliche Symptome sind unter anderem Schlaf- und Leistungsstörungen sowie Antriebslosigkeit und soziale Einschränkungen.

Schmaler Grad zwischen Zwang und Notwendigkeit

Es mag verwunderlich klingen, doch gerade in der westlichen Welt ist die Ernährung schlechter denn je. Das liegt nicht an fehlenden Möglichkeiten, sondern am Essverhalten selbst. Zwar erfährt der Trend zu frischen Nahrungsmitteln schon länger einen Aufschwung und auch Fastfood verzeichnet immer weniger Fans. Gesunde Ernährung will aber gelernt sein. Dabei kann der übermäßige und unkontrollierte Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel mehr Risiken als Chancen birgen.

Es kommt neben Quantität und Qualität eben immer noch auf das richtige Maß an. Die Lösung liegt auf der Hand und scheint fast schon zu einfach: Ausgewogenheit. Wer sich vielfältig ernährt und dabei auf bestimmte gesundheitsfördernde Faktoren Wert legt, ist auf dem richtigen Weg. Bestehen weiterhin Zweifel, sollte in jedem Fall ein Ernährungsberater hinzugezogen werden. (vk)

2018-07-26T15:50:24+00:0025. Juli 2018|Ernährung, Gesundheit, Vorsorge|