Neuregelung der Versicherungspflicht bei Studenten mit Nebenjob

Viele Studierende müssen während ihres Studiums einem Nebenjob nachgehen, um laufende Ausgaben stemmen zu können. Unter bestimmten Umständen, etwa im Rahmen des sogenannten Werkstudentenprivilegs, können diese Jobs von der Versicherungspflicht befreit sein. Die entsprechende Rechtsauslegung ist nun von der Spitzenorganisation der Sozialversicherungsträger angepasst worden.

Werkstudentenprivileg bis 20 Wochenstunden

Studierende in einem Werkstudentenverhältnis können nach wie vor von der Versicherungspflicht befreit sein. Voraussetzung dafür ist, dass sich Betroffene überwiegend ihrem Studium widmen, die Kriterien eines ordentlich Studierenden erfüllen und die Arbeit lediglich in begrenztem Umfang ausüben. Konkret bedeutet das: Die Wochenarbeitszeit darf 20 Stunden nicht überschreiten. Die Höhe des Verdienstes spielt keine Rolle. Die Beschäftigung darf während der gesamten Studienzeit unbefristet ausgeübt werden. Zu beachten ist, dass sich die Versicherungsfreiheit lediglich auf die Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung bezieht. Eine Entbindung von der Rentenversicherungspflicht gilt ausschließlich für Minijobs.

Keine Ausnahmen für Wochenend- und Nachtarbeit

Bei Nebenjobs an den Wochenenden oder in den Abend- und Nachtstunden gilt die Arbeitszeitgrenze von 20 Stunden pro Woche ebenfalls. In diesem Punkt bewertet die Spitzenorganisation die Rechtslage neu. Demnach gilt eine Versicherungsfreiheit nicht mehr grundsätzlich. Im Zweifel ist im Einzelfall zu prüfen, ob Studierende ihre Zeit und Arbeitskraft trotz Nebenjob überwiegend dem Studium widmen. Bislang galt die Versicherungsfreiheit für Wochenend- und Nachtarbeit auch dann, wenn die Arbeitszeit die 20 Wochenstunden überstieg.

Ausnahmen für befristete Jobs und Semesterferien

Ausnahmen von der Versicherungspflicht bestehen dagegen für befristete Beschäftigungsverhältnisse und Jobs in den Semesterferien. Für befristete Studentenjobs mit einer Beschäftigungsdauer von 3 Monaten bzw. 70 Arbeitstagen gilt Versicherungsfreiheit in allen Versicherungszweigen – allerdings nur unter zwei Bedingungen. Zum einen darf die 20-Stunden-Grenze ausschließlich durch Arbeiten in den Abend- und Nachtstunden, am Wochenende und in den Semesterferien überschritten werden. Zum anderen gilt nach wie vor die Beschäftigungsgrenze von 26 Wochen bzw. 182 Kalendertagen pro Jahr. Wird diese Grenze überschritten, besteht volle Versicherungspflicht. Studierende können sich dann kostengünstig in der Krankenversicherung der Studenten (KvdS) versichern oder bis zum Alter von 25 Jahre beitragsfrei über die Eltern familienversichert werden, sofern diese gesetzlich versichert sind. Für Studenten über 30 Jahre und mehr als 14 Fachsemester bietet sich anschließend die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) an.

2017-05-19T16:09:39+00:00 30. Januar 2017|Allgemein|