Neues E-Health-Produkt: Austausch von Gesundheitsdaten via App

Die moderne und digitalisierte Gesundheitsbranche sucht immer wieder neue Wege um die Kommunikationszeiten zu verkürzen. Ein Start-Up Unternehmen aus Hamburg will hier eine Lösung entwickelt haben, die fast alle Bedürfnisse erfüllen kann und so zu einer wirklichen Bereicherung bei der Behandlung wird. Die Problemstellung, die gelöst werden sollte, ist so alt wie der Arztbrief selber: Es dauert einfach viel zu lange, bis Patienten und Ärzten die notwendigen Unterlagen zur Verfügung haben. Das erhöht natürlich das Risiko für falsche Entscheidungen in Bezug auf Therapie oder Medikation, erschwert aber auch für den Patienten einige Vorgänge und Behandlungsmethoden.

Finanzielle Unterstützung durch Investoren

Die neue Smartphone-App von connected-health.eu GmbH soll dieses Problem lösen und so eine effektive Hilfe für Ärzte und Patienten sein. Auch der weltweit tätige Investor Thieme und weitere Anleger glauben an diese Lösung und haben bereits mehr als eine Million Euro als Investition in Aussicht gestellt. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) ist bereits eine Partnerschaft mit den Gründern eingegangen und möchte die App „LifeTime“ in die eigene geplante Gesundheitscloud integrieren. So soll es laut Dr. Stephan von Schorlemer (HPI) möglichst einfach werden, die eigenen Gesundheitsdaten aus verschiedenen Quellen, wie z.B. dem Computersystem der Arztpraxis oder zukünftig auch aus Wearables und Gesundheits-Apps hochzuladen. Der Zugriff auf die Daten soll jedoch stets vom Patienten selbst bestimmbar sein.

Praktische und leichte Funktionen

Das Prinzip hinter der App ist ganz einfach: Die Übertragung von Daten soll direkt vor Ort erfolgen, ohne Internetanschluss. Ein praktisches Beispiel wäre die Ankunft beim Hausarzt. Dieser schließt das Smartphone an der Schnittstelle an und hat sofort alle wichtigen Daten und Arztbriefe zur Verfügung. Diese können nun verwendet und so die Behandlung auf die individuellen Ansprüche optimiert werden. Ohne Onlineverbindung bleiben die Daten zum einen deutlich sicherer, zum anderen benötigt man ein Hilfsmittel weniger und hat trotzdem alle wichtigen Daten und Fakten jederzeit bei der Hand. Der wohl wichtigste Aspekt ist aber, dass der Zeitaufwand für das Versenden der Arztbriefe und der Unterlagen vollständig entfällt. Die hierfür benötigte Zeit kann nun effektiver dem Patienten zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich sinken die Kosten in den Praxen, wenn Papier und Drucker-Tinte in wesentlich geringerem Umfang benötigt werden.

Vielleicht ist diese App DIE Lösung

Die Krankenkassen haben sich schon versucht, der Staat und auch schon zahlreiche andere privatwirtschaftliche Unternehmen. Aber bis jetzt konnte noch keiner eine so einfache und dennoch effektive Lösung präsentieren. Die Datensicherheit ist hoch, die Verfügbarkeit ständig gegeben und die Anschaffung der benötigten Schnittstellen kostengünstig. Das System des Start-Up Unternehmens aus Hamburg könnte ein wichtiger Durchbruch sein. Es lohnt sich für die Patienten und die behandelnden Ärzte gleichermaßen und sorgt für eine deutliche Steigerung der Effizienz bei der Behandlung. Zum Wohle des Patienten ist die Geschwindigkeit ein entscheidendes Kriterium, und hier kann die App deutlich punkten und einen wirklichen Mehrwert für den Nutzer bieten.

Freie Ärzteschaft kritisiert Hype um E-Health

Seit Juli 2017 werden alle Arztpraxen an die neue zentrale Telematikinfrastruktur angeschlossen. Die Freie Ärzteschaft e.V. (FÄ) bemängelt die frühzeitige Einführung, denn das System sei in Verbindung mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) noch nicht erfolgreich getestet worden. Laut Vizevorsitzende Dr. Silke Lüder „gefährdet man durch den Zwangsanschluss die Medizindaten der ganzen Bevölkerung“ und verantwortlich seien dafür die Begründer des E-Health-Gesetzes. Wenn es nach den Rechtsverordnungen geht, wird ein umfangreiches Testergebnis zu den Funktionen der Gesundheitskarte aus zwei Testregionen verlangt, welches laut Lüder nicht vorhanden ist. „Die Regierung führe das neue System jetzt gegen den Willen der Praxisärzte ein“.

Das Thema Datenschutz kritisierte Dr. Silke Lüder mit den aktuellen Hackerangriffen auf Krankenhäuser in Großbritannien und auf das deutsche Lukaskrankenhaus in Neuss. Die sensiblen Gesundheitsdaten von Patienten sind noch nicht ausreichend vor Kriminellen geschützt und die Entwicklung von E-Akten in Gesundheitsclouds ist auf dem Vormarsch. Umso mehr fordern Mediziner und Datenschützer eine moderne dezentrale Lösung, damit auch zukünftig die ärztliche Schweigepflicht gewahrt werden kann.

2017-07-19T08:54:25+00:00 17. Juli 2017|Allgemein|