//Neuer Test zur Darmkrebsfrüherkennung: Was die Krankenkasse zahlt

Neuer Test zur Darmkrebsfrüherkennung: Was die Krankenkasse zahlt

Mehr als 70.000 Menschen pro Jahr erkranken in Deutschland an Darmkrebs – und die meisten Betroffenen wissen nichts davon. Symptome zeigen sich erst in späteren Krankheitsphasen. Ein neuer immunologischer fäkaler Test zur Darmkrebsfrüherkennung (iFOBT) wird für Risikogruppen seit dem 1. April 2017 von den gesetzlichen Krankenkassen (siehe auch: Komplettliste zum Zusatzbeitrag der Krankenkassen) bezahlt. Er soll dabei helfen, eine der häufigsten Krebsarten frühzeitig zu erkennen und Heilungschancen zu erhöhen.

Ab 50 Jahre Vorsorge auf Darmkrebs nutzen

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen können seit April 2017 einmal jährlich den neuen Test in Anspruch nehmen, sofern sie mindestens 50 Jahre alt sind. Personen ab einem Alter von 55 Jahren haben die Möglichkeit, einen Test zur Darmkrebsfrüherkennung (PDF) alle zwei Jahre kostenlos durchführen zu lassen. Die Kosten für den Test und die anschließende Auswertung in spezialisierten Labors übernehmen die Krankenkassen in diesen Fällen vollständig. Alternativ ist es für Personen ab 55 Jahren möglich, wie bisher alle 10 Jahre eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Der neue Test versteht sich nicht als Ersatz für die deutlich aussagekräftigere und gründlichere Darmspiegelung. Vielmehr soll er ein Zusatzangebot für Menschen sein, die sich ohne konkreten Anlass nicht unbedingt der eher unangenehmen und mit Ängsten verbundenen Untersuchung unterziehen möchten.

Neuer Test erhöht Aussagekraft und Zuverlässigkeit

Der iFOBT ist ein Test zum Nachweis sogenannten okkulten Blutes im Stuhl. Er ersetzt den bisherigen Guajak-Test, da er einfacher und schneller durchzuführen ist und darüber hinaus eine höhere Aussagekraft besitzt. Der neue Test erlaubt Aussagen über die Blutmenge im Stuhl und weist in einem Testschritt ausschließlich menschliches Blut nach. Bisherige Tests waren weniger empfindlich und mussten in mehreren Schritten durchgeführt werden. Während der bisherige Papierstreifentest lediglich eine Trefferquote von unter 10 Prozent aufwies, liegt die Quote beim iFOBT bei mindestens 25 Prozent. Da sich Darmkrebs in der Regel langsam entwickelt, ist es auch mit einer solch geringen Trefferquote bei regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen möglich, ein Karzinom relativ zuverlässig und frühzeitig auch ohne Darmspiegelung zu entdecken. Um das Risiko für Darmkrebs zu testen, bieten beispielsweise die Felix Burda Stiftung und die Stiftung LebensBlicke einen kostenfreien Online-Selbsttest an. Dieser kann und soll allerdings nicht das Gespräch beim Arzt ersetzen.

Frühzeitig erkennen erhöht Heilungschancen

Darmkrebs betrifft Männer häufiger als Frauen, ist jedoch bei beiden Geschlechtern relativ weit verbreitet. Er gilt als zweithäufigste Krebstodesursache und als Krebsart mit der höchsten Zahl an Neuerkrankungen. Die Heilungschancen bei Darmkrebs liegen auch deshalb vergleichsweise hoch, weil diese Krebsart sich langsam entwickelt. Umso mehr Bedeutung kommt der Früherkennung zu: Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto höher stehen die Heilungschancen. Der vergleichsweise einfache und komfortable iFOBT leistet dazu einen wichtigen Beitrag und sollte von allen Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren in Anspruch genommen werden.

Redaktion

Die Redaktion betreut Portale, die für Verbraucher Informationen zu bestimmten Themen übersichtlich zusammenfassen. Dazu zählen vor allem weitere Inhalte zum Thema Krankenversicherung, Vorsorge und Gesundheit.

Alle Beiträge anzeigen

Die Krankenkassenzentrale ist eine zentrale Anlaufstelle für Verbraucher rund um Gesundheit, Krankenkassen, Privatversicherungen, Ernährung und Gesundheitsservices.

2017-09-20T20:41:11+00:00 16. Mai 2017|Allgemein|