Neue Fassung zur Verschlüsselung von Krankheiten veröffentlicht

Die endgültige Fassung der ICD-10-GM Version 2017 wurde vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit veröffentlicht. Dabei handelt es sich um ein Verschlüsselungssystem für Krankheiten, das den Alltag in Praxis und Klinik erleichtert. Die meisten Versicherten kennen diese Kodierung von ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auf der z.B. die Diagnose J06.9 g für eine akute Infektion der oberen Atemwege steht.

Wozu dient das ICD-10-GM?

Die ICD-10-GM ist eine deutsche Abwandlung der ICD-10-WHO („International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“ der Weltgesundheitsorganisation WHO), welche bis 2003 noch nach dem fünften Sozialgesetzbuch als ICD-10-SGB-V bezeichnet wurde. Die Klassifikation bildet die Basis für die Vergütungen der German Diagnosis Related Groups (G-DRG) in der Krankenhausabrechnung und der pauschalierten Entgelte in Psychiatrie und Psychosomatik (PEPP-Entgeltsystem). Diagnosen im Gesundheitswesen werden nach ICD-10-GM verschlüsselt. Ärzte sowie Angestellte im ambulanten und stationären Bereich müssen dabei die jeweils aktuelle Version beachten.

In die aktuelle Fassung sind Änderungen der WHO und Vorschläge verschiedener Vertreter von Ärzteschaft, Kliniken und Krankenkassen eingeflossen. Auch die Vorschläge der Organisationen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen fanden Beachtung. Das umfangreiche alphabetische Verzeichnis enthält eine Vielzahl an Krankheitsbezeichnungen und Synonymen. Das aktualisierte alphabetische Verzeichnis wird ebenfalls in Kürze veröffentlicht.

Änderungen in der Verschlüsselung ab 2017

Folgende wichtige Änderungen bringt das ICD-10-GM 2017 mit sich:

  • Eigene Schlüssel für Adipositas und extreme Adipositas bei Kindern und Jugendlichen wurden eingeführt
  • Lymphödeme werden lokal und stadientechnisch genauer kodiert
  • Die Kodebereiche für multiresistente Erreger wurden angepasst
  • Die Zika-Viruskrankheit erhält eine Schlüsselnummer

Die formalen Änderungen beziehen sich auf die Metadaten. Die Altersklassenformate werden entsprechend der durchgeführten Umfragen reduziert und ab 2018 nur noch auf die Angabe nach Tagen und Jahren vorbereitet.

2017-05-19T16:09:49+00:00 8. November 2016|Allgemein|