Käufer von Lebensmitteln können mit dem bunten Nutri-Score auf einen Blick sehen, welche Lebensmittel eine günstige Nährstoffzusammensetzung haben. Die freiwillig ausgezeichnete Farbskala hilft Verbrauchern, sich gesünder zu ernähren. Diese Art der Kennzeichnung ist trotzdem umstritten und wird nur als eine von mehreren Lösungen angesehen. Für die Lebensmittelindustrie ist sie nicht verpflichtend.

Wie werden Nährstoffe im Nutri-Score angezeigt?

Mit dem Nutri-Score sehen Verbraucher eine Farb-Skala mit den Buchstaben A, B, C, D und E als Lebensmittelkennzeichnung direkt, ob das gewünschte Produkt eher gesund oder ungesund ist. Ein grünes, hervorgehobenes „A“ steht für einen sehr guten Wert der Nährstoffe, ein „E“ hingegen lässt auf ein eher ungesundes Produkt schließen. Ernährungswissenschaftler aus England und Frankreich haben dieses Kennzeichnungs-System entwickelt. Seit der Einführung der mehrfarbigen Skala wurde in Studien nachgewiesen, dass Verbraucher bei der Wahl von Lebensmitteln Produkte bevorzugen, die deutlich gekennzeichnet sind.

So wird die Farbskala berechnet

Der hervorgehobene Endwert eines Produktes setzt sich aus Berechnungen der einzelnen Lebensmittelinhaltstoffe – also der Nährstoffe – zusammen: Eiweiß und Ballaststoffe führen dabei zu positiven Werten. Auch Obst, Nüsse und Gemüse als Bestandteile von als gesund angesehen Lebensmittelgruppen stehen gut da. Viele Kalorien, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Natrium haben im Gegensatz Punkte­abzug zur Folge. Jeder Nährstoff wird einem Punktewert von Null bis 15 zugeordnet. Das Gesamtergebnis entscheidet über den gekennzeichneten Buchstaben. Gänzlich ausgefeilt ist diese Methode der Farbkennzeichnung jedoch nicht. Positive Inhalts­stoffe wie Omega-3-Fettsäuren oder Vitamine finden keinerlei Berücksichtigung bei der Berechnung des Scores. Bei Olivenöl wird beispielsweise der Fettanteil bei der Berechnung als negativ gewertet, aber die gesunden Anteile der ungesättigten Fettsäuren nicht hinzugerech­net. Produkte, die mit einem „A“ oder „B“ gekenn­zeichnet sind, sollen für den regelmäßigen Verzehr gut geeignet sein und einen gesunden Ernährungsplan fördern.

Verbraucherzentrale begrüßt farbige Kennzeichnung

Lebensmittelhersteller werden nicht gezwungen, ihre Produkte mit dem Nutri-Score zu kennzeichnen. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband spricht sich jedoch dafür aus. Das Forschungsinstitut Max-Rubner hingegen bewertet keines der aktuellen Kennzeichnungssysteme für Lebensmittel als optimal. Die Wissenschaftler bestätigen die Ansicht, dass die bunte Skala auf wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Ver­brau­cherforschung beruhe und nicht irreführend sei. Das regelmäßig von Verbrau­cher­schützern wie foodwatch e.V. ins Spiel gebrachte Argument, das zum Beispiel Kinderernährung durch die Lebensmittelindustrie immer ungesünder wird, liegt auch in der Kenntlichmachung der Kinder-Lebensmittel begründet. Bisher hatte die Industrie das eher verhindert. Nutzt sie die neue Variante, könnte sie damit auf einem guten Weg sein.

Das Max-Rubner-Institut hat allerdings vom Bundesministerium für Ernährung den Auftrag erhalten, ein weiteres Kennzeich­nungssystem zu entwickeln. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde hat bereits ein individuelles Modell vorgeschlagen, bei dem Verbraucher Kreisdiagramme sehen, die unterteilt sind in Fett, Zucker, Kalorien und Salz. Klar ist, dass der Nutriscore leicht verständlich ist und dem Verbraucher schnell und unkompliziert verdeutlicht, ob ein Nahrungsmittel gesund oder eher ungesund ist.