Neue Altersvorsorge durch Deutschlandrente: Hat Riester jetzt ausgedient?

Die Riester-Rente reicht laut Meinung einiger Experten nicht aus, um den finanziellen Bedarf im Ruhestand auch zukünftig zu decken. Aus Hessen kommt daher nun der Vorschlag zur Einführung einer neuen, als Deutschland-Rente bezeichneten privaten Altersvorsorge. Diese soll die Menschen unter anderem vor Altersarmut schützen.

Politiker fordern Deutschland-Rente

Die private und betriebliche Altersvorsorge, auch die Riester-Rente, bewerten einige hessische Politiker der CDU und der Grünen als bei weitem nicht ausreichend und zudem mangelhaft. Vor allem wird der Vorwurf erhoben, dass verschiedene Riester-Produkte vielfach völlig überteuert seien. Sie fordern ein alternatives Produkt, das die finanzielle Absicherung im Alter gewährleisten soll. Die sogenannte Deutschland-Rente, die vom Staat verwaltet werden soll, sei einfach zu verstehen und kostengünstig, sodass sie für alle Bürger zugänglich wäre. Besonders Angestellte in kleinen Betrieben sollen von diesem Konzept profitieren.

Zentraler Rentenfond geplant

Eine der Säulen des vorgestellten Konzeptes ist das Einrichten eines zentralen Rentenfonds. Dieser soll in Form eines Treuhandfonds angelegt werden, auf den Politiker keinen Zugriff haben. Die Beiträge zur Rente sollen den Selbstkostenpreis nicht übersteigen. Niemand soll sich an der Deutschland-Rente bereichern können, überteuerte Angebote würde es nicht geben. Neu ist auch die Quasi-Verpflichtung durch das opt-out-Verfahren: Wer nicht widerspricht, würde automatisch in kapitalgedeckte Altersvorsorgeprodukte (Näheres im PDF) einzahlen. Geringverdiener sollen unterstützt werden: Ihnen würde ein Großteil des fälligen Betrages gesponsert werden, um sie vor der Altersarmut zu schützen.

Demographische Entwicklung bedroht Renten

Immer weniger Beitragszahler müssen die Renten von immer mehr Ruheständlern bezahlen. Wenn keine alternativen Maßnahmen eingeführt werden, könnte diese Diskrepanz eines Tages zum Zusammenbruch des sozialen Versicherungssystems, zu dem auch die gesetzliche Kranken- sowie die Pflegeversicherung gehören, führen. Die Riester-Rente als überteuertes Produkt ist jedoch nicht geeignet, um dauerhaft entgegenzuwirken. Kritiker der Deutschland-Rente bestreiten, dass der Aktienmarkt ein geeignetes Mittel ist, um die Renten der Bürger zu sichern. Die bisherige Rentenversicherung ist aus ihrer Sicht der Idee der fondsgebundenen Rente vorzuziehen.

Riester verbessern: Vorschläge aus Hamburg

Überlegungen zur Verbesserung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge kamen bereits im Spätherbst 2015 aus Hamburg auf den Tisch. Die Hansestadt reichte über die Senatorin der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Cornelia Prüfer-Storcks, entsprechende Ideen im Rahmen der 92. Arbeits- und Sozialministerkonferenz – kurz ASMK – ein. Allgemein besteht die Forderung, die Riester-Rente-Produkte zu verbessern und verbraucher­freundlicher aufzulegen, wozu auch ein vereinfachter Antragsprozess zur staatlichen Zulage gehören soll.

Anpassungen sollen Riester-Abschlüsse steigern

Außerdem sollen die Verwaltungskosten der Verträge reduziert werden. Ein weiterer Vorschlag der Stadt Hamburg sieht vor, gewisse Mindeststandards einzuführen, welche die Kosten, Transparenz und Flexibilität der Produkte besser beurteilen sollen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, endlich mehr Menschen zum Abschluss einer Riester-Rente zu bewegen, da sie nach wie vor nicht so verbreitet ist, wie vom Gesetzgeber gewünscht: nur etwa ein Fünftel aller Förderberechtigten nutzt den Zulagenanspruch in vollem Umfang.

 

2017-05-29T10:49:58+00:00 29. Mai 2017|Allgemein|