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Mitgliederschwund in der PKV: Das sind die größten Verlierer

Im vergangenen Jahr litten zahlreiche PKV-Anbieter erneut unter zum Teil massivem Versichertenschwund. Das zumindest scheinen die veröffentlichten Zahlen des Map-Reports zu belegen. Allgemein ist zu beobachten, dass die PKV weniger Neukunden anzieht – stattdessen wandern Bestandskunden bei Unzufriedenheit zu augenscheinlich besseren Anbietern ab. Als Hauptgründe werden die relativ starken Beitragserhöhungen insbesondere für Neukunden vermutet.

DKV, Central und Allianz erneut mit größten Verlusten

Dass Allianz, Central und DKV auch im Jahr 2016 zu den größten Verlierern unter den PKV-Anbietern zählten, überrascht Branchenkenner wenig. Die Negativ-Statistik wird von der DKV angeführt, die im vergangenen Jahr einen Rückgang um fast 19.000 Vollversicherte verschmerzen musste. Mit deutlichem Abstand folgt die Central mit einem Verlust von rund 11.500 Vollversicherten sowie die Allianz mit 9.620 weniger Vollversicherten.

Ein Blick in die Map Reports der vergangenen Jahre enthüllt: Der Negativ-Trend bei diesen Assekuranzen besteht bereits seit 2010. Im Zeitraum 2010 bis 2015 verlor die Central satte 166.889 Vollversicherte, die DKV 96.819 Kunden und die Allianz hatte seit dem einen Verlust von 66.073 Versicherten zu beklagen. Das Problem: Sinkende Mitgliederzahlen wirken sich direkt auf die preisliche Gestaltung und Beitragsentwicklung von PKV-Tarifen aus. Mit anderen Worten: Höhere Beiträge bei gleichbleibender oder sogar schlechterer Leistung sind für diese Anbieter in der PKV vorprogrammiert – und damit auch eine hohe Wahrscheinlichkeit, künftig weitere Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Abwanderung statt Vollverlust, Umdeckung statt Neugeschäft

Zu den weiteren Verlierern des Jahres 2016 unter den PKV-Anbietern zählen u.a. die BBKK (-6.750), die Gothaer (-3.894), LKH (-3.105), UKV (-2.222), Inter (-1.861), SDK (-1.835) sowie die Hallesche (-1.205). Auffällig ist, dass es sich dabei eher um kleine Anbieter handelt. Deren Kunden kehren der privaten Krankenversicherung nicht einfach den Rücken – offenbar findet stattdessen eine Abwanderung zur leistungsfähigeren oder günstigeren Konkurrenz statt. So profitiert z.B. die Debeka als PKV-Anbieter mit dem größten Zuwachs an Vollversicherten von dem Wechsel der Versicherungskunden – das Unternehmen verzeichnete im vergangenen Jahr einen Zuwachs um fast 33.000 Vollversicherte.

Grundsätzlich verraten die aktuellsten Zahlen, dass sich lediglich 13 der 32 untersuchten Anbieter über einen Kundenzuwachs freuen konnten. Bei deren Kunden handelt es sich offenbar mehrheitlich um PKV-Versicherte, die ihren Anbieter wechselten – schließlich beklagte die PKV im Geschäftsjahr 2016 zum fünften Mal in Folge einen allgemeinen Versichertenschwund. Die Zahl sank diesmal um 17.300 auf 8,77 Millionen Vollversicherte und fiel damit immerhin geringer aus als in den Vorjahren.

Beschwerdestatistik als Indikator für Geschäftsgröße

Allein die Anzahl der Kündigungen oder Neuverträge zu betrachten, sagt allerdings noch wenig über den tatsächlichen Zustand eines Versicherungsunternehmens aus. Die BaFin zieht daher neben der Zahl der zum angegebenen Stichtag versicherten Personen auch die Anzahl der Beschwerden über private Krankenversicherer heran, um Aussagen über die Unternehmen aus dem PKV-Versicherungsgeschäft treffen zu können.

Hier ergibt sich ein leicht anderes Bild: Den aktuellen Zahlen zufolge (für 2016 ) entfielen die meisten offiziellen Beschwerden auf die Axa Kranken (174), gefolgt von DKV (167), Central (78), Allianz (66), Debeka (54) und Continentale (49). Vertreten sind hier sowohl die größten Verlierer als auch die größten Gewinner des Jahres. Zu den nach Versichertenzahl größten Anbietern zählten 2016 die DKV und Debeka, gefolgt von Allianz, Signal, Central und Axa.

2017-10-13T08:52:09+00:00 12. September 2017|Gesundheit, Versicherung|