Milliardengewinne für Krankenkassen

Gute Zeiten für die Krankenkassen: Bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres konnten sie ein Plus in Milliardenhöhe verbuchen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag der Finanzüberschuss für die ersten drei Quartale 2016 bei insgesamt 1,55 Milliarden Euro. Die Krankenkassen sind damit in der Lage, verstärkt Rücklagen zu bilden und ihre Versicherten durch Beitragsentlastungen davon profitieren zu lassen – zumindest theoretisch.

Dickes Plus nach defizitärem Vorjahr

Die Zahlen beeindrucken durchaus: Schon in den ersten sechs Monaten konnten die Krankenkassen dem Gesundheitsministerium zufolge ein Plus von 589 Millionen Euro (siehe PDF) vorweisen. Im dritten Quartal gelang es ihnen demnach, ihren Gewinn fast zu verdreifachen. Es ist davon auszugehen, dass auch das vierte Quartal dieses Jahres mit einem Plus enden wird. Besonders bemerkenswert ist dieses Ergebnis angesichts der Tatsache, dass die 117 Kassen in den ersten drei Quartalen des Vorjahres noch ein erhebliches Defizit von 359 Millionen Euro eingefahren hatten.

Erhöhte Einnahmen, kaum Mehrausgaben

Ursächlich für die herausragende Finanzlage von AOK, Barmer & Co ist u.a. die gute Konjunktur in der Bundesrepublik. Mehr Beschäftigte mit höheren Löhnen und Gehältern bedeuten höhere Einnahmen für die Krankenkassen. Gleichzeitig hielten sich deren Ausgaben bislang im Rahmen: Pro Versichertem stiegen sie in diesem Jahr lediglich um 3,2 Prozent, bei Arzneimitteln sogar nur um 2,8 Prozent. Der niedrigste Ausgabenanstieg seit 2012, kombiniert mit einer signifikanten Einnahmensteigerung, sorgen nun für volle Kassen in der GKV. Längerfristig davon profitieren werden die Versicherten allerdings nicht. Sollen die Zusatzbeiträge 2017 noch konstant bei durchschnittlich 1,1 Prozent liegen, gehen die Kassen für 2018 und danach von steigenden Zusatzbeiträgen aus.

Größte Gewinner: TK und Barmer

Die Marktführer Barmer und Techniker Krankenkasse (TK im Test) zählen zu den größten Profiteuren des aktuellen finanziellen Überschusses. Sie allein registrierten ein Plus von 757 Millionen Euro für die ersten drei Quartale. Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) lag das Plus bei etwa 559 Millionen Euro, für die Betriebskrankenkassen (BKK) bei 91 Millionen Euro. Selbst kleinere Krankenkassen wie die landwirtschaftliche Krankenversicherung konnten in diesem Jahr ein ordentliches Plus erwirtschaften. Lediglich die Innungskrankenkassen (IKK) folgen dem Trend nicht – sie sind die einzigen, die bisher ein Defizit von sieben Millionen Euro eingefahren haben.

2017-03-02T12:34:02+00:00 23. Dezember 2016|Allgemein|