/, Versicherung/Milliardenausgaben für gesetzliche Krankenkassen 2015/2016

Milliardenausgaben für gesetzliche Krankenkassen 2015/2016

Die körperliche und geistige Gesundheit ist den meisten Menschen sehr wichtig. Um diese zu erhalten oder zu regenerieren, werden in zahlreichen Gesundheitsbereichen u.a. ärztliche, therapeutische sowie pflegerische Leistungen angeboten, Kosten für Heil-und Hilfsmittel übernommen und an Krankheiten sowie deren Ursachen geforscht. Um das alles finanzieren zu können, werden jährlich mehrere Milliarden Euro investiert.

Gesetzliche Krankenversicherung verursacht die meisten Kosten

Im Jahr 2015 wurden knapp 340 Milliarden Euro ins Gesundheitswesen investiert, der größte Anteil der Ausgaben mit 58,1 Prozent floss dabei in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Die Krankenkassen verursachten Kosten in Höhe von über 200 Milliarden Euro. Lediglich 9 Prozent der Gesundheitsausgaben entfielen auf die private Krankenversicherung (PKV), was einer Steigerung um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Laut dem Statistischen Bundesamt bedeutet dies im Schnitt Ausgaben für jeden Bürger von circa 4.000 Euro jährlich. Aufgrund der eingeführten Pflegestärkungsgesetze stiegen auch die Ausgaben in der gesetzlichen Pflegeversicherung deutlich an, die Mehrausgaben erhöhten sich um 2,5 Milliarden auf insgesamt 28 Milliarden Euro.

Krankenkassen haben über 25 Milliarden Euro Reserve

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veröffentlichte kürzlich das vorläufige Ergebnis zu den Gesundheitsausgaben 2016 der gesetzlichen Krankenkassen. Demnach konnte die GKV einen Überschuss von 1,38 Milliarden Euro erzielen und die Reserven zusammen mit dem Gesundheitsfonds auf insgesamt 25 Milliarden Euro ausbauen. Im Vergleich zu 2015 konnten die Finanzen damit um 2,5 Milliarden Euro aufgestockt werden.

Allgemeine Ortskrankenkassen erzielten größten Überschuss

Bei der Unterscheidung nach Kassenart liegen die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) insgesamt mit rund 935 Millionen Euro Überschuss deutlich vorne, weit abgeschlagen folgen die Ersatzkassen, wie z.B. die KKH, die Techniker oder hkk, mit einem Plus von etwa 320 Millionen Euro. Die Ränge drei bis fünf belegen die Knappschaft-Bahn-See (100 Mio. €), die landwirtschaftliche Krankenversicherung (34 Mio. €) und die Betriebskrankenkassen (BKK) mit circa 29 Millionen Euro Mehreinnahmen. Die Innungskrankenkassen (IKK) indes zeigten kein positives Finanzergebnis und wiesen für 2016 insgesamt ein Minus von ungefähr 30 Millionen Euro aus.

Unterstützung für Hospiz- und Palliativversorgung

Seit 2016 ist das neue Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung in Kraft und fordert für den Versicherten eine engere Zusammenarbeit zwischen den betreuenden Ärzten sowie der Pflegeeinrichtung. Die Krankenkassen sind nun verpflichtet, ihre Versicherten umfassend zur Palliativversorgung zu beraten und 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten für das Hospiz zu tragen. Um die Versorgung in der letzten Lebensphase zu verbessern und den Ausbau von Einrichtungen zu fördern, wurden gegenüber 2015 mehr als 40 Millionen Euro für Hospize und rund 70 Millionen Euro für ambulante Einrichtungen zur Palliativversorgung zusätzlich ausgegeben.

2017-10-17T15:44:42+00:00 16. März 2017|Gesetzlich, Versicherung|