//Mehrausgaben trotz Mitgliederrekord: Nicht alle Krankenkassen profitieren

Mehrausgaben trotz Mitgliederrekord: Nicht alle Krankenkassen profitieren

Die stabile wirtschaftliche Lage der Bundesrepublik hat positive Folgen für gesetzlich Versicherte. Laut Krankenkassen-Spitzenverband und Bundesverwaltungsamt bleiben die Zusatzbeiträge der Krankenkassen (Liste) für die meisten gesetzlich Versicherten auch in 2018 stabil. Aber nicht alle Kassen können dem tendenziell positiven Trend folgen — für die betroffenen Versicherten Grund genug, frühzeitig über einen Wechsel zu einer anderen Krankenkasse nachzudenken.

Mitgliederrekord senkt Kassenausgaben

Geht es nach dem GKV-Spitzenverband, haben die Krankenkassen im gesamten Bundesgebiet Grund zur Freude. Ganze 798.000 Menschen sind im vergangenen Jahr neu versichert worden – Rekord! Unter den Neumitgliedern finden sich neben ehemaligen Privatversicherten u.a. auch anerkannte Flüchtlinge sowie Arbeitsmigranten aus der EU. Mit diesen Neuzugängen stieg die Zahl der Krankenkassen-Mitglieder auf 55,9 Millionen. Wohlgemerkt: Der beitragspflichtigen Mitglieder — ALG II-Empfänger berücksichtigt die Statistik nicht. Die zahlreichen neuen Mitglieder sorgen aber nicht nur für mehr Einnahmen, sie senken unterm Strich auch die Ausgaben. Da die meisten der Neumitglieder jung und vergleichsweise gesund sind, fallen für sie deutlich geringere Kosten an als für langjährige Bestandsmitglieder.

15 Krankenkassen könnten Zusatzbeitrag erhöhen

Trotz dieser allgemein positiven Tendenz wird es in 2018 nicht allen Krankenkassen möglich sein, ihre Beitragssätze stabil zu halten oder sogar zu senken. Dem aktuellen Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes (siehe PDF Seite 9) zufolge lag der Einnahmenüberschuss der Kassen in 2016 nur noch bei 500 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor konnten sie insgesamt noch 1,1 Milliarden Euro an Einnahmen verbuchen. Ein Blick in die Statistik offenbart: Bei 30 Krankenkassen überstiegen die Ausgaben die Einnahmen, etwa infolge der Altersstruktur der Versicherten. Vier Krankenkassen konnten nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Rücklagen von 25 Prozent einer Monatsausgabe bilden. Insgesamt 15 Kassen erhielten vom Bundesverwaltungsamt die Genehmigung, ihren Zusatzbeitrag um bis zu 0,6 Prozentpunkte zu erhöhen. Noch ist nicht bekannt, welche Krankenkassen ihre Mitglieder ab dem kommenden Jahr mit höheren Beiträgen belasten werden.

Stabile Beitragssätze für Mehrheit der Versicherten

Der Großteil der gesetzlich Versicherten kann für 2018 aber aufatmen. Viele Krankenkassen sind gut aufgestellt, bei immerhin 39 Kassen überstiegen die Einnahmen die Ausgaben. Zuversichtlich ist auch der GKV-Spitzenverband, der tendenziell mit stabilen Krankenkassen­beiträgen rechnet. Der Verband verweist dabei vor allem auf die anhaltend gute wirtschaftliche Entwicklung, die derzeit maßgeblich dazu beiträgt, die Beiträge für die meisten GKV-Mitglieder zumindest stabil zu halten und in einigen Fällen sogar zu senken.

Redaktion

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2017-09-23T16:06:55+00:00 14. September 2017|Allgemein|