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Mehr Förderung von neuen Wohnformen in der Pflege

Neue Wohnformen in der Pflege werden deutlich besser gefördert. Wer eine Wohngemeinschaft (WG) gründen möchte, hat auch nach Inkrafttreten der aktuellen Pflegereform am 1. Januar 2017 diese Möglichkeit. Eine sogenannte Pflege-WG muss aus mindestens drei Personen bestehen und jeder Pflegebedürftige muss selbst vor Beginn der Gründung der WG beziehungsweise vor Baubeginn bei seiner eigenen Pflegekasse einen entsprechenden Antrag stellen.

Zuschuss für den Umbau der Wohnung

Für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen kann bei der Pflegeversicherung ein Zuschuss in Höhe von max. 4.000 Euro pro Pflegebedürftigen bzw. bis zu 16.000 Euro für Wohngruppen beantragt werden. Dadurch können die Wohnräume, die Küche und das Bad umgebaut sowie ein Gemeinschaftsraum geschaffen werden. Bezuschusst werden können beispielsweise folgende Maßnahmen: Der Einbau eines Fahrstuhls, eines Treppenlifts oder einer Rampe im eigenen Haus, der Umbau der Dusche mit einem ebenerdigen Zugang oder auch ein rutsch­hemmender Bodenbelag. Leistungen der Pflegeversicherung gibt es bereits ab Pflegegrad 1. Auch Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz haben zusätzlich einen Anspruch auf den neuen Wohngruppenzuschlag, der seit Anfang des Jahres 214 Euro monatlich beträgt und zur Finanzierung eines Hauswirtschafters oder Betreuers dient.

Neue Wohnformen durch DRK-Stiftung in Berlin

Die Stiftung PRO MENSCHLICHKEIT des Berliner DRK entwickelt und unterstützt neue Wohnformen in der Pflege. Das sogenannte Servicewohnen ermöglicht eine unabhängige Lebensgestaltung in der eigenen Wohnung und bietet gleichzeitig Sicherheit, Geborgenheit und Unterstützung. Das wird durch Hausnotruf, Funkrauchmelder, Serviceruf, soziale Dienstleistungen des DRK und ergänzende Wahlleistungsmodule ermöglicht. Die Mehr­generationenhäuser nutzen das Zusammenleben von Jung und Alt (Video 9:30 min) zur Stärkung der sozialen Kontaktmöglichkeiten und bauen auf ein Geben und Nehmen. Eine weitere Möglich­keit sind bedarfsgerecht abgestufte Wohnformen, wobei individuell auf die Bedürfnisse der Personen eingegangen wird. Möglich sind zum Beispiel Tagespflege, Hausgemeinschaften, Dementen-WGs, betreutes Wohnen, Kurzzeitpflege für frühzeitig aus dem Krankenhaus entlassene Patienten oder sogar ein Pflegehotel.

Weitere Maßnahmen für die Förderung

In vielen Bereichen müssen die individuellen Betreuungsleistungen und stationären Schwerpunkte ausgebaut werden. Dazu zählen zum Beispiel die gerontopsychiatrische Pflege (weitere Informationen im PDF), der Schwerstpflegebereich mit Infusionstherapie und Beatmungen sowie Wachkoma, die Hospizpflege, die psychiatrische Pflege und eventuelle Nischenangebote für Migranten. Die Angebote sollen miteinander vernetzt werden. Hierfür sind auch Kooperationen mit Krankenhäusern, Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und niedergelassenen Ärzten nötig. Nur so kann die Versorgung der Patienten optimiert werden.

 

2017-10-17T15:43:22+00:00 8. Juni 2017|Gesetzlich, Politik|