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Mehr Flexibilität – Ein Vorschlag für die Riester-Rente

Was ältere Generationen heute noch teilweise genießen, dürfte für junge Menschen kaum noch erreichbar sein: eine Rente, die zum Leben ausreicht. Um der Altersarmut vorzubeugen, investieren viele in eine private Altersvorsorge, wie beispielsweise die Riester-Rente. Aber wie rentabel ist dieses Sparmodell überhaupt noch?

Riester-Rente damals und heute

Mit der Einführung der Riester-Rente sollte die private Altersvorsorge als zweite Säule der Alterssicherung gestärkt werden. Denn bereits zur Jahrtausendwende zeichnete sich ab, dass die gesetzliche Rente immer weniger den Lebensstandard im Alter gewährleisten würde. Grund dafür sind der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung der Menschen. Um die drohende Rentenlücke zu schließen, wurde unter anderem die Riester-Rente eingeführt.

Heute – 17 Jahre später – ist die Erfolgsbilanz jedoch ernüchternd. Zwar gibt es hierzulande über 16 Millionen Riester-Verträge, doch die Zahl sinkt. Auch die Neuabschlüsse sind stark rückläufig und viele bestehende Riester-Verträge werden nicht aktiv bespart. Gründe dafür sind die Komplexität vieler Riester-Produkte und die bürokratische Abwicklung der Förderung. Der größte Attraktivitätsverlust des Riester-Sparens ist allerdings den oft schmalen Renditen zuzuschreiben.

Bruttobeitragsgarantie und niedrige Zinsen belasten

Dass sich die staatlich geförderte private Altersvorsorge wenig rentiert, hängt u.a. mit der Bruttobeitragsgarantie zusammen. Sie verspricht dem Anleger mindestens den Erhalt der gezahlten Beiträge zuzüglich der erhaltenen Förder-Zulagen. Erst dann werden Riester-Produkte gesetzlich zertifiziert. Mit der Vorgabe wollte man Riester-Sparern seinerzeit eine große Portion Sicherheit bei der privaten Altersvorsorge bieten. Wichtigstes Kriterium für diese ist, später auf die Gesamtersparnisse zugreifen zu können.

Doch was bei der Einführung der Riester-Rente gut gemeint war, erweist sich inzwischen als ein nachhaltiges Rendite-Hindernis. Denn die Bruttobeitragsgarantie wird nur gewährleistet, wenn ein großer Teil der Sparbeiträge festverzinslich angelegt wird. Aufgrund der schon seit Langem extrem niedrigen Zinsen erwirtschaften diese Anlagen allerdings kaum noch Erträge. Dies führte peu-à-peu zu einer Aufstockung der “festverzinslichen” Anteile. Wenn die Zinsen sinken, sind mehr verzinsliche Anlagen erforderlich, um das für die Beitragsgarantie notwendige Zinsergebnis zu erwirtschaften. Im Gegenzug wurden die Spielräume für riskantere, aber renditeträchtigere Anlagen verringert.

Wahlrecht bei der Riester-Rente

Da sich kurzfristig an der „Zinsmisere“ nichts ändern wird, gibt es neben anderen Alternativen zur Riester-Rente inzwischen auch Forderungen nach mehr Flexibilität bei der Beitragsgarantie. Damit will man bessere Rendite-Perspektiven erhalten und das Riester-Sparen wieder attraktiv machen. Eine erst kürzlich beim Bundestag eingereichte Petition will solchen Forderungen Nachdruck verleihen. Darin wird vorgeschlagen, dass Riester-Sparer bezüglich der Beitragsgarantie künftig ein Wahlrecht haben sollen. Riester-Verträge ohne Garantie oder mit verschiedenen Garantie-Niveaus könnten wieder mehr Menschen vom Abschluss einer Riester-Rente überzeugen. Auch wenn dies Abstriche in der Sicherheit bedeuten würde. (vk)

Von |2018-10-05T14:16:09+00:005. Oktober 2018|Politik, Versicherung, Vorsorge|