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Mehr als ein Mückenstich – chronischer Juckreiz belastet

Mal ein Juckreiz ab und an, das kennt wohl jeder. Ausgelöst werden kann er durch verschiedene Umstände – in den Monaten Mai bis September sind es besonders häufig die Stiche von solch ungeliebten Plagegeistern wie verschiedenen Mückenarten oder auch Verbrennungen der Haut durch zu intensive Sonnenstrahlung – meist jedoch verschwindet er so schnell wieder, wie er gekommen ist. Doch was, wenn das nervige Jucken gar nicht aufhören will? Manchmal steckt eine ernste Erkrankung dahinter, die Suche nach der richtigen Diagnose und Therapie kann dann sehr aufwändig sein.

Ursachen für temporären Juckreiz

Sind es im Sommer bei Vielen eher Insektenstiche und Sonnenbrand, die für eine juckende Haut sorgen, treten im Winter hingegen trockene Heizungsluft und kratzige Materialien auf der Haut als häufige Ursachen für temporären Juckreiz in den Vordergrund. Meist empfindet man es als kleine Qual, dass die Haut keine Ruhe geben will. Ältere Menschen sind, nicht nur im Winter, besonders häufig von trockener Haut betroffen, da deren Haut weniger Talg enthält und so zu anhaltendem Juckreiz führen kann.

Doch auch ungebetene Gäste wie Flöhe, Milben oder Läuse können für nerviges Jucken verantwortlich sein. Kinder werden besonders gern von den kleinen Quälgeistern befallen und stecken dann mitunter auch die Eltern an. Wenn es zwischen den Fingern juckt, kann zum Beispiel eine Milbe verantwortlich sein, die Krätze auslöst, im vergangenen Jahr trat diese Erkrankung im Ruhrgebiet vermehrt auf. Einige der Ursachen für Juckreiz können relativ leicht ausgeschaltet werden, sodass auch das Jucken sich schnell verflüchtig.

Chronischer Juckreiz kann ernste Folgen haben

Wenn das Jucken über mindestens 6 Wochen bis zu drei Monaten nicht verschwinden will, kann unter Umständen eine ernste Erkrankung dahinterstecken, die entweder die Haut direkt betrifft oder nur Symptome auf der Haut auslöst: Beispielsweise kann durch Stress ein nicht näher zu identifizierender Juckreiz auftreten. Hier muss die richtige Diagnose gestellt werden, um eine passende Therapie beginnen zu können, denn ein krankheitsbedingtes Jucken wird kaum von selbst verschwinden.

Letztlich kann das Jucken selbst zur Krankheit werden, die behandelt werden muss. Nicht selten ist damit auch eine Verschlechterung der Lebensqualität verbunden – Betroffene trauen sich nicht mehr unter andere Menschen, weil sie Fragen aus dem Weg gehen wollen oder ihre Haut ist durch das ständige Kratzen so entzündet, dass es ihnen peinlich ist. An der Universität Münster ist eigens ein Kompetenzzentrum Pruritus (aus dem Lateinischen=prurire, auf Deutsch=jucken) für Betroffene eingerichtet worden. Das Ärzteteam führt eine gründliche Anamnese durch und versucht, gemeinsam mit dem Patienten, hinter den Grund oder den Auslöser für den Juckreiz zu kommen.

Die Behandlungsmöglichkeiten von chronischem Juckreiz

Zu den ebenso wichtigen Schritten gehört, dass sich um die Haut gekümmert wird, die nach langem Jucken und Kratzen oft sehr mitgenommen ist. In manchen Fällen ist ein kurzer stationärer Aufenthalt eine gute Option, um den Patienten rundum betreuen zu können. Die passenden Cremes und Lotionen finden sich häufig erst bei einer intensiven Beratung und Betreuung. Hier bietet die stationäre Betreuung den idealen Rahmen, um das perfekte Präparat für eine gesunde Hautpflege finden zu können.

Manchen Patienten verschaffen spezielle Lichttherapien echte Linderung. Doch auch die Einnahme geeigneter Medikamente, vom Fachmann verschrieben, kann die juckende Qual beenden. Und schlussendlich hilft manchen Patienten auch eine psychosomatische Beratung, um endlich wieder frei von Juckreiz leben zu können.

2017-10-13T09:21:35+00:00 20. Juni 2017|Gesundheit, Vorsorge|