/, Gesundheit, Vorsorge/Mehr als 160.000 Krebserkrankungen könnten wir aktiv vermeiden – aber wie?

Mehr als 160.000 Krebserkrankungen könnten wir aktiv vermeiden – aber wie?

Krebs. Diese Diagnose trifft viele Menschen oft wie ein Blitz. Es ist fast immer der Anfang eines Marathons von Behandlungen und psychischem Stress. Operationen, Bestrahlung, Chemotherapie. Dazu Angst und Hoffnung. Schnell kommen Fragen auf, ob der Erkrankung vorgebeugt hätte werden können. Für viele Patienten gilt dies zwar nicht, doch gerade in den letzten 10 Jahren hat die Medizin in der Krebstherapie große Fortschritte gemacht. Zahlreiche Krebsarten sind heil-, einige von ihnen sogar vermeidbar.

Krebs und was ihn auslösen kann

Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg haben für dieses Jahr die Zahl der Krebsneuerkrankungen bei Menschen zwischen 35 und 84 Jahren berechnet. Es sind ca. 440.000. Laut Forscher könnten aber zwei von fünf Krebserkrankungen durch einen gesünderen Lebensstil vermieden werden. Das wären 165.000 allein in diesem Jahr.

Grundlage der Forschung bildeten ausgewählte Risikofaktoren, welche in drei Gruppen unterteilt wurden: Rauchen und Alkohol, Übergewicht und geringe körperliche Aktivität und eine ungesunde Ernährung. Hinzu kam eine weitere Untersuchung über den Einfluss von Infektionen und Umweltfaktoren auf den Gesundheitszustand, wie etwa die UV-Strahlung. Bis zu 60 Prozent der Krebsleiden lassen sich außerdem auf genetische Faktoren zurückführen.

Einige Risikofaktoren lassen sich vermeiden

Rauchen steht unter den Faktoren, die eine Krebserkrakung begünstigen auf Platz 1. Jede fünfte Krebserkrankung lässt sich darauf zurückführen. Alkohol macht im Vergleich „nur“ 2 Prozent der Neuerkrankungen aus. 1,2 Prozent gehen auf Umweltfaktoren als Ursache zurück. Ganze 7 Prozent werden dagegen durch Übergewicht ausgelöst und weitere 6 Prozent durch zu geringe körperliche Aktivität.

Das lässt das Augenmerk auf die Ernährung selbst fallen. Eine zu geringe Ballaststoffzufuhr, zu wenig Obst und Gemüse, zuviel Wurst und rotes Fleisch und ein zu hoher Salzkonsum sind erhebliche Risikofaktoren für eine Krebsneuerkrankung. Dabei klingt es fast schon zu einfach, all diesen Dingen zumindest im Ansatz mehr Beachtung zu schenken.

Einrichtungen helfen bei der Vorsorge

Sich der Risiken bewusst zu werden und beispielsweise seine Lebensweise oder Ernährung anzupassen, kann zu einer echten Herausforderung werden. Zu wenig sind die Menschen im Alltag für ein solches Thema sensibilisiert. Touché – wer denkt schon gerne über Krankheiten und den Tod nach und, dass es ihn selbst einmal betreffen könnte.

Dieses Bewusstsein zu schüren, das versucht die Felix Burda Stiftung für Darmkrebsprävention. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, nicht nur über Darmkrebs aufzuklären, sondern die Darmkrebsvorsorge im Bewusstsein der Menschen zu verankern. „Verankern“, ist das nicht genau das, worum es geht? 165.000 Krebserkrankungen vorbeugen, weil klar ist, wie und wann man Risikofaktoren vermeiden kann und sich aktiv dafür entscheidet, das zu tun.  Die Felix Burda Stiftung existiert seit 2001 und klärt Betroffene, Angehörige und die, die zu keiner der beiden Gruppen gehören möchten, auf. Sie stellen Informationen zu Beratungsstellen und Medizinern zur Verfügung und sind unter anderem redaktionell für die Gesundheits-App APPzumARZT tätig. Ein Paradebeispiel dafür, dass nicht immer die Vorsorge selbst, sondern in erster Linie das Bewusstsein dafür entscheidend ist, die eigene Gesundheit zu fördern. (vk)

2018-09-14T12:03:13+00:0014. September 2018|Ernährung, Gesundheit, Vorsorge|