Ob Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen, allesamt sind es Schmerz­mittel, die ohne Rezept frei in der Apotheke erworben werden können. Stiftung Warentest hat sich die bekannten „Helferlein“ mal etwas genauer angesehen und spricht nun eine deutliche Warnung aus.

Hilfe bei akuten und chronischen Schmerzen

Schmerzen hat wohl fast jeder Mensch mal in seinem Leben, etwa 23 Millionen Menschen in Deutschland sollen von chronischen Schmerzen betroffen sein. Dazu gehören u.a. Erkrankungen wie Arthrose. Selbst Kinder können schon an wieder­keh­renden Schmerzen leiden, u.a. bedingt durch Wachstum oder auch Schulstress: Schon immer mehr Grundschüler quälen sich mit starken Kopf­schmer­zen oder sogar Migräne. Wie praktisch erscheint da die Tatsache, dass der Arzneimittelmarkt hierfür bestens gerüstet ist und rezeptfreie nicht-opioide Produkte, anbietet.

Wer Schmerzen hat, muss nicht einmal seinen Hausarzt aufsuchen, sondern kann einfach in der nächsten Apotheke eines der bekannten Mittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder ASS ohne Rezept käuflich erwerben. Allerdings ist der akute Schmerz selbst ein Warnsignal oder ein Symptom einer Grunderkrankung, die durchaus einer näheren ärztlichen Untersuchung bedarf. Insofern sollte die Eigenbehandlung auch nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen.

20 rezeptfreie Schmerzmittel im Test

Die freie Verkäuflichkeit jener Schmerzmittel ohne Opioide hat Stiftung Warentest zum Anlass genommen, sich mal intensiver mit deren Wirksamkeit und Neben­wirkungen zu beschäftigen. Vorab, das Resultat sollte Verbraucher aufmerksamer werden lassen: Viele Produkte sind für einen kurzzeitigen Einsatz gut geeignet. Von Kombinationspräparaten, die zum Beispiel mit Koffein angereichert sind, raten die Experten dagegen eher ab. Sie bieten keinerlei Mehrwert bei der Schmerzbe­hand­lung, können aber durchaus Nebenwirkungen mit sich bringen.

Schmerzmittel passend zu Beschwerden einsetzen

Abhängig vom jeweiligen Anwender und der individuellen Verträglichkeit, können verschiedenste Substanzen bei unterschiedlichsten Beschwerdebildern angewendet werden. So eignen sich bei leichten bis mäßig starken und gelegentlichen Zahn-, Regel-, Gelenk- und Kopfschmerzen z.B. Diclofenac, Naproxen oder Ibuprofen oder ASS. Überdies wirken die genannten Schmerzmittel auch entzündungshemmend.

Schmerztherapie gegen chronische Schmerzen

Patienten mit chronischem Schmerz sprechen vielfach nicht auf diese Art der Be­hand­lung an. Laut der m&i-Fachklinik Enzensberg ist eine ganzheitliche Schmerz­therapie deutlich besser geeignet, um z.B. gegen chronische Rückenschmerzen vorzugehen. Mit Dr. Klaus Klimczyk, dem Chefarzt des interdisziplinären Schmerz­zentrums, steht laut dem Magazin FOCUS einer der besten Ärzte seines Fachgebiets deutschlandweit an der Spitze der Fachklinik in Hopfen am See. Hier wird ein interdisziplinärer und multi­modaler Ansatz verfolgt. Für die Patienten bringt diese Vorgehensweise den Vorteil mit sich, dass ver­schiedene Fachgebiete aus der Medizin und dem therapeutischen Bereich zusam­menarbeiten und der Behand­lungs­weg gemeinsam beschritten wird. Betroffene haben nicht selten bereits einen langen Leidensweg hinter sich, bei dem sich der Schmerz unter Umständen schon verselb­ständigt hat und praktisch zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden ist.

Wesentlich scheint, dass neben einer ausführlichen Beratung der Patienten deren Beteiligung gefördert und gefordert wird: Die Spezialisten der Fachklinik betonen, dass sowohl die psychische Belastbarkeit als auch die körperliche Leistungsfähigkeit eine wesentliche Rolle bei der Behandlung und beim Genesungsprozess spielen. Das Behandlungskonzept sieht dabei u.a. auch das Erlernen von Methoden vor, die den Umgang mit den chronischen Schmerzen erleichtern sollen. Aber auch der Einsatz von Schmerzmitteln kann Bestandteil des Behandlungsplans sein, wobei die aktu­ell­sten Forschungsergebnisse berücksichtigt werden.

Die Dosis macht das Gift

Am wichtigsten sei laut Stiftung Warentest ein verantwortungsvoller Umgang mit Schmerzmitteln. Grundsätzlich sollte lieber nach der Ursache geforscht und diese behandelt werden, als das der Schmerz mit Hilfe der Medikamente dauerhaft unter­drückt wird und neben seiner Wirkung parallel ungünstige Nebenwirkungen heraufbeschwört.

Denn wie neuere Studien belegen, bringen sowohl Ibuprofen als auch Diclofenac eine erhöhte Gefahr mit sich, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auszulösen. Ebenso wenig zeigt sich ASS als vollkommen unbedenklich zur Einnahme geeignet: Der Grund sind die im Verdacht stehenden Auswirkung auf Blutgerinnung und Magen. Stiftung Warentest hat hier daher eine „mit Einschränkung geeignet“ Einstufung vorgenommen. Bei Paracetamol drohen Erkrankungen der Leber bzw. Schäden, wenn das Schmerzmittel länger und in höherer Dosis eingenommen wird.

Alternative Behandlungskonzepte von Schmerzen

Neben den klassischen Schmerztherapien gibt es für Schmerzpatienten auch pflanzliche Alternativen seit der Ausgabe von Cannabis auf Rezept oder in Form von CBD (Cannabidiol), einem von vielen Cannabinoiden der Hanfpflanze. Während die Verschreibung von Cannabis strengen Regularien unterliegt und von den Krankenkassen erstattet werden kann, ist Cannabidiol frei verkäuflich und legal erhältlich. Viele Nutzer berichten von positiven Erfahrungen: Nachdem sie jahrelang mit Schmerzen leben mussten, habe sich seit der Anschaffung von CBD Öl und der regelmäßigen Anwendung ihre Lebensqualität deutlich gebessert, manche seien sogar fast beschwerdefrei geworden.