Aktuelle Studien ergaben erschreckende Erkenntnisse über die Zahnhygiene von Kindern und Jugendlichen. Demnach leiden deutschlandweit bereits viele Kinder im Milchzahn-Alter unter Karies. Außerdem wurden bei mehr als einem Drittel der Heranwachsenden hierzulande kariöse Stellen an den bleibenden Zähnen festgestellt. Diese Bilanzen übertreffen bestehende Studienergebnisse und zeigen, dass die Anzahl der Fälle von Gebissschäden bei Kindern und Jugendlichen angestiegen ist.

Karies im Milchgebiss weit verbreitet

Zahnhygiene fängt bereits bei den Milchzähnen an. Dieser Umstand wird jedoch von vielen Kinder und Jugendlichen vernachlässigt. Laut Zahnreport der BARMER wurden deutschlandweit über 400.000 Fälle bei Kindern unter zehn Jahren registriert, bei denen eine Karies­be­hand­lung vorgenommen werden musste. Was viele Erziehungs­berechtigte nicht wissen, ist der Umstand, dass sich dadurch Folgeschäden an den bleibenden Zähnen bilden können. Somit könnten bereits im Kindesalter die Weichen für lebens­lange Zahnprobleme gestellt werden.

Maßnahmen müssen früh ergriffen werden

Die Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen ist nicht zuletzt deswegen ein wichtiger Faktor, da die Karies starke Schmerzen verursachen kann. Das ist unangenehm und kann durch vorbeugende Maßnahmen unterbunden werden. Bereits für Kinder unter sechs Jahren ist es wichtig, einen Zahnarzt aufzusuchen. Schäden können somit frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Allerdings wird diese Möglichkeit oft nicht als wichtig erachtet, wobei sich herausgestellt hat, dass mehr als 15 Prozent der kleinen Kinder noch nie bei einem Zahnarzt waren.

Fehlende zahnärztliche Kontrollen

Einige Eltern verkennen die Notwendigkeit, neben präventiven Maßnahmen wie Zähneputzen, regelmäßig ärztliche Kontrollen durchführen zu lassen. Diese sind jedoch zur Vorbeugung ebenso wichtig. Die KZV Baden-Württemberg empfiehlt bereits zwischen dem 6. und 33. Lebensmonat zum Zahnarzt zu gehen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seit dem 1. Juli 2019 die Kosten für drei Zahnvorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder in diesem Alter, um Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten frühzeitig zu erkennen. Laut Vorstandsvorsitzende der KZV BW, Dr. Ute Maier, entstehen rund 50 % der kariösen Zahndefekte in den ersten drei Lebensjahren, jedoch werden diese oft erst im Einschulungsalter festgestellt. Ein weiterer Bestandteil der Untersuchungen ist die Beratung der Eltern zur richtigen Zahnpflege und Mundhygiene des Kindes. Auch das Verwenden von Schnullern und Nuckelflaschen und deren Auswirkung auf die Zähne ist ein wichtiges Thema.

Einkommen der Eltern für Zahnprobleme verantwortlich?

Der Zahnreport der BARMER hat ergeben, dass anscheinend ein Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und den ergriffenen Therapiemaßnahmen besteht. Bei Erziehungsberechtigten mit niedrigen Einkünften wurde ein erhöhter Behand­lungs­bedarf bei den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren festgestellt. Heran­wachsende von Erziehenden mit schwachem Einkommen nehmen demnach häufiger Therapieleistungen in Anspruch als solche, deren Eltern höhere Einkünfte erzielen. Insgesamt seien über 82,5 Prozent der Therapieleistungen für Kinder und Jugend­liche auf die Gruppe der Versicherten mit einem schwächeren Einkommen gefallen. Daraus ergibt sich für die BARMER, dass der Fokus für Präven­tions­maß­nah­men auf die risikoreichere Gruppe der Versicherten zu legen ist. Eine rechtzeitig abgeschlossene Zahn­zu­satz­versicherung für Kinder kann die Eltern vor hohen Kosten schützen und Leistungen, wie z.B. kieferorthopädische Behandlungen mit Zahn­spange oder professionelle Zahnreinigung abdecken. Je nach Versicherung und Tarif ist eine Kostenabdeckung bis zu 100 % möglich.