//Mangel an Hebammen – Neue Hotline soll Abhilfe schaffen

Mangel an Hebammen – Neue Hotline soll Abhilfe schaffen

Per Telefon oder Internet lassen sich viele verschiedene Güter oder Dienstleistungen ordern. Vom Pizzalieferdienst bis zur wöchentlichen Einkauf kann man heutzutage auf viele Anbieter vertrauen, die einem weite Wege oder lange Wartezeiten ersparen. Doch ein bestimmter Sektor blieb hier lange unbeachtet: Die Versorgung von Schwangeren. Eine neue Hotline namens call a midwife soll hier Abhilfe schaffen und die Lücke im Markt schließen sowie dem allgemeinen Mangel an Hebammen Einhalt gebieten.

Wozu eine Hotline – Die aktuelle Lage in Sachen Hebammen

Nun könnte man meinen, dass eine solche Hotline in Deutschland wenig Sinn macht – schließlich hat jede Schwangere ein Anrecht auf eine Hebamme. Die Kosten rund um die Schwangerschaft und Geburt werden immerhin von den gesetzlichen Krankenkassen (Liste mit Zusatzbeitrag) getragen. So einfach ist es dennoch leider nicht. Einerseits ist zu bedenken, dass Hebammen aus wichtigen Gründen teilweise nicht erreichbar sein können. Andererseits sieht die Realität derzeit so aus, dass es in Deutschland zu wenige Hebammen gibt und diese bereits Monate im Vorfeld ausgebucht sind. Die Hotline call a midwife scheint auf den ersten Blick zwar vergleichsweise teuer – eine halbe Stunde wird mit 49 Euro berechnet – bietet dafür jedoch eine 1-monatige Rufbereitschaft an, auf die die 30 Minuten insgesamt verteilt werden können. Per Telefon und Skype werden somit auch kurzfristig Antworten geliefert, z.B. bei Fragen zu Schwangerschaftsbeschwerden. Auch Anliegen nach der Geburt, wie z.B. Unsicherheiten beim Stillen, können kompetent geklärt werden. Eine App und die Kooperation mit den Krankenkassen sei laut der Gründerin Sabine Kroh noch in Planung.

Was kann eine Hotline bieten?

In Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung ist es potenziell möglich, Bedenken und Zweifel schnell zu klären. Der Griff zu „Dr. Google“ ist mit dem Smartphone oder Tablet schnell gemacht und liefert meist viele Antworten. Doch wie soll man handeln, wenn widersprüchliche Ergebnisse erscheinen? Sind die Internetquellen seriös (Informationen im PDF)? Für Schwangere ergeben sich so häufig zusätzliche Fragen durch den Weg über das Internet. Die Hotline call a midwife beschäftigt qualifizierte Hebammen und das Team verfügt insgesamt über eine große sprachliche Vielfalt. So ist es möglich, sich in insgesamt neun Sprachen von erfahrenen Kräften beraten zu lassen, was letzten Endes auch die örtlichen und zumeist stark beanspruchten Hebammen entlastet.

Mehr als 13.000 fehlende Hebammen gemeldet

Die Stadt München hat im August ein Pilotprojekt für eine Hotline und ein Existenz­gründungsprogramm für Hebammen gestartet, denn die Zahl der Geburten steigt. So ist es dort lokal möglich, vergleichsweise schnell eine geeignete Hebamme zu finden, ohne jede Fachkraft einzeln anrufen zu müssen. So sieht es zumindest in der Theorie aus. Noch handelt es sich hierbei um eine Notfallhotline für Schwangere, die trotz persönlicher Anstrengungen noch keine Hebamme finden konnten. Der Deutsche Hebammenverband hingegen unterstützt eine flächendeckende Versorgung der Schwangeren und hat eine Erhebung der Unterversorgung mit Hilfe von Betroffenen angelegt. Wer erfolglos auf der Suche nach einer Hebamme ist, kann sich auf der interaktiven Karte des Verbandes eintragen, auf der bereits mehr als 13.000 Unterversorgungen gemeldet wurden. Auf diese Weise möchte man auf die aktuellen Missstände aufmerksam machen und ein politisches Handeln erwirken. Gründe für die fehlenden Hebammen sieht der Deutsche Hebammenverband vor allem in den hohen Prämien der Berufshaftpflichtversicherung, welche seit Jahren deutlich steigen.

Redaktion

Die Redaktion betreut Portale, die für Verbraucher Informationen zu bestimmten Themen übersichtlich zusammenfassen. Dazu zählen vor allem weitere Inhalte zum Thema Krankenversicherung, Vorsorge und Gesundheit.

Alle Beiträge anzeigen

Die Krankenkassenzentrale ist eine zentrale Anlaufstelle für Verbraucher rund um Gesundheit, Krankenkassen, Privatversicherungen, Ernährung und Gesundheitsservices.

2017-09-20T20:41:22+00:00 21. August 2017|Allgemein|