Männer gehen seltener zur Krebsvorsorge

Nur jeder neunte Mann geht in Deutschland zur Krebsvorsorge. Dieses Untersuchungsergebnis teilte die Barmer GEK anlässlich des Weltmännertags am 3. November mit. Frauen seien gegenüber dem Thema Prävention wesentlich aufgeschlossener.

Nur wenige Männer nutzen entsprechende Angebote

Lediglich 4,65 Millionen anspruchsberechtigter Männer entschieden sich im Jahr 2014 für die Durchführung einer Vorsorgeuntersuchung auf Prostatakrebs. Dieser Zahlenwert entspricht einer Quote von knapp 12 Prozent. Im Jahr 2010 absolvierten 0,3 Prozent weniger Männer den empfohlenen Check. Frau Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer GEK, erläuterte hierzu, dass eine Krebsvorsorgeuntersuchung Leben retten könne. Eine frühe Erkennung von Krebs erhöhe maßgeblich die Heilungschancen. Aus diesem Grund ist sie der Auffassung, dass Männer sich überlegen sollten, eine Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen.

Prävention bei Frauen deutlich populärer

Im Jahr 2014 gingen fast 17 Millionen Frauen in Deutschland zum Arzt ihres Vertrauens, um sich einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. Damen zwischen 20 und 30 Jahre haben sich auf Brust- bzw. Gebärmutterkrebs ausführlich untersuchen lassen. Mit über 40 Prozentpunkten liegt das weibliche Geschlecht damit unangefochten an der Spitze. Laut einer aktuellen Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) dürfen Frauen eine Vorsorgeuntersuchung dieser Art einmal im Jahr auf Kosten ihrer Krankenkasse für sich in Anspruch nehmen. Bezüglich eines Prostata-Checks gilt das Gleiche für Männer ab einem Lebensalter von 45 Jahren. Darüber hinaus gelten die gleichen Regelungen für beide Geschlechter, wenn es um Vorsorgetests für Dickdarm und Hautkrebs geht. Des Weiteren wird die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen von Bonusprogrammen mit Geld- bzw. Sachprämien von den Krankenkassen belohnt.

Männer aus dem Saarland zeigen sich unbesorgt

In einem Vergleich von regionalen Motivationen zur Prostatakrebsvorsorge lag das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2014 mit rund 14 Prozent an der Spitze. Das Saarland konnte im selben Zeitraum lediglich knapp 10 Prozent für sich verbuchen. Zu diesen Zahlen äußerte sich Marschall ebenfalls und betonte, dass Männer keinesfalls aus Schamgefühl oder falsch verstandenem Sicherheitsempfinden auf diese Form der Krebsvorsorge verzichten sollten. Schließlich sei der Prostatakrebs bei Männern mit 40.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine der am häufigsten anzutreffenden Tumorerkrankungen.

2017-05-19T16:09:46+00:00 23. November 2016|Allgemein|