Frauen mit einem Lipödem im Stadium III können aufatmen: Ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) macht es möglich, dass eine Lipo­suk­tion künftig auf Kosten der Krankenkassen durchgeführt werden kann. Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Laufende Studie ist Grund für Befristung

Dem Beschluss wurde eine Befristung bis 31.12.2024 gesetzt. Dr. Monika Lelgemann, Vorsitzende des Unterausschusses für Methodenbewertung, erklärt, man habe nun die Forderung des Bundesministerium für Gesundheit durch­ge­setzt. Nötigenfalls mit Befristung und unter strengen Qualitätsvorgaben, zumindest bis zum Abschluss der bereits laufenden Studie, von der man sich Informationen über Nutzen und Risiken der Methode erhoffe. Erst nach Bekanntgabe der Studienergebnisse könne über die Anwendung der Methode für alle Krankheitsstadien entschieden werden.

Was ist ein Lipödem?

Das Lipödem ist eine fettvermehrende Störung, die an Armen und Beinen auftritt. Im Wesentlichen sind Frauen davon betroffen. Besonders im Stadium III geht die Erkrankung mit starken Schmerzen und Einschränkungen in der Beweg­lich­keit einher. Ärzte stellen aufgrund folgender Symptome die Diagnose:

  • Fettgewebe vermehrt sich stark
  • überhängende Gewebeanteile
  • Haut und Unterhaut sind sehr druck- und berührungsempfindlich
  • Hände und Füße sind nicht von der Vermehrung des Fettgewebes betroffen

Um über eine Operation beim Lipödem im Stadium III nachdenken zu können, muss vorher eine konservative Therapie in Form von Lymphdrainage, Kompres­sionen oder Bewegungsübungen erfolgen. Tritt damit keine Besserung auf, kann auf die Methode der Liposuktion zurückgegriffen werden.

Qualitätssicherung der Liposuktion notwendig

Die Operation unterliegt strengen Auflagen und einer Überwachung der Quali­täts­sicherung. So dürfen mehr als 3.000 ml Fettgewebe nur dann abgesaugt werden, wenn nach dem Eingriff eine Beobachtung des Patienten für mindes­tens 12 Stunden gesichert ist. Die zu erwartende Anzahl der operativen Eingriffe sowie die zu behandelnden Körperstellen müssen vor der OP in Form einer Operationsplanung schriftlich festgehalten werden. Laut Beschluss des G-BA dürfen nur Fachärzte, die den Auflagen des Beschlusses entsprechen, die Behandlung durchführen. Die gesetzlichen Krankenkassen (Liste) tragen, unter den genannten Voraussetzungen, die Kosten dafür. Der Ausschuss rechnet mit dem ersten Eingriff im Jahr 2020.

An der Studie kann noch teilgenommen werden

Seit 2018 läuft die Studie, aus der sich Fachleute Ergebnisse zu Vor- und Nach­teilen der Liposuktion erhoffen. Noch bis 31.12.2019 können sich Frauen, die unter Lipödem I – III leiden, über eine eigens von den gesetzlichen Kranken­kassen eingerichteten Website zu einer möglichen Teilnahme informieren. Nähere Informationen über Voraussetzungen und Ablauf der Studie sind dort ebenfalls einsehbar.