Eine der häufigsten Krebserkrankungen ist der Brustkrebs. Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem gefährlichen Karzinom in der Brustgegend. Deshalb setzt die Medizin, wie die Gesundheitspolitik, auf Maßnahmen zur Früherkennung. Ein neu entwickelter Bluttest soll nun, im Gegensatz zur Mammografie, die Diagnose einfacher, schneller und ohne Strahlenbelastung bewerkstelligen. Ob der Test tatsächlich marktreif ist, steht nicht fest: Ein mittlerweile öffentlich bekannt gewordener Skandal rund um den Test und das an der Entwicklung beteiligte Team könnte dies verhindern.

Etappensieg im Kampf gegen den Krebs?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat kürzlich die Zielrichtung, den Krebs zu besiegen, als erreichbare Vision dargestellt. Besonders die sehr allgemeine Aussage, jeglichen Krebs zu besiegen, stand im Mittelpunkt der Kritik. Die mannigfaltigen Erscheinungsformen der tückischen Erkrankung lassen derzeit kaum die Hoffnung zu, in absehbarer Zeit den Krebs entscheidend einzudämmen. Doch die neu entwickelte Diagnosemethode gibt, zumindest auf dem Gebiet des Brustkrebs, Hoffnung auf einen nennenswerten Fortschritt in der Früherkennung. Die Teilnahme an einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung gilt als ein entscheidendes Mittel zur erfolgreichen Prävention von Brustkrebs.

Bluttest soll Früherkennung optimieren

Heidelberger Wissenschaftler stellten kürzlich einen neuen Bluttest vor, mit dem in nur wenigen Millilitern Blut nach krebsverdächtigen Molekülen gesucht werden können soll. Neben der Identifizierbarkeit der verdächtigen Teilchen, trägt der Fortschritt der künstlichen Intelligenz entscheidend zum Erfolg bei. Denn mit Hilfe moderner Rechner wird eine Auswertung der unzähligen Moleküle in angemessener Zeit erst ermöglicht. Deren Anwendungen sind im Prinzip auch für andere Karzinome und Erkrankungen einsetzbar. Nach dem kürzlich bekannt gewordenen Skandal rund um die Forschungsgruppe ist indes fraglich, ob bzw. wann der Bluttest zur Verfügung stehen wird. Es stellte sich heraus, dass die präsentierten Ergebnisse nicht dem tatsächlichen Forschungs- und Entwicklungsstand entsprechen.

Effiziente Früherkennung entscheidend

Bei der Früherkennung von Brustkrebs tastet der Gynäkologe jährlich die Brust bei Patientinnen ab 30 Jahren ab. Das Mammografie-Screening ist für Frauen ab 50 Jahre vorgesehen und kann alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die Kosten der Untersuchung übernimmt die jeweilige gesetzliche Krankenversicherung. Je eher die Erkrankung festgestellt wird, desto effektiver kann die individuelle Therapie zum Erfolg für die Erkrankten führen. So lässt sich zukünftig darauf hoffen, dass sich unzählige chirurgische Eingriffe vermeiden lassen. Auch die Todesrate könnte so entscheidend verringert werden. Auf Seiten der Heidelberger Wissenschaftler besteht die große Hoffnung, dass ihre Forschungsergebnisse zu einem relevanten Fortschritt in der Früherkennung beitragen. Die zügige Vermarktung des neuen Bluttests, die bereits in diesem Jahr beginnt, sollte aber über eines nicht hinwegtäuschen: Eine absolute Sicherheit gibt es auch mit dem Bluttest nicht. Das gilt jedoch genauso für die Mammografie. Aktuell können sich die Methoden ergänzen. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob weitere Forschungsergebnisse Hoffnung bringen können.

Hilfe für Betroffene

Die Diagnose Krebs ist erstmal ein Schock für Patienten und deren Angehörige. Wichtig ist dann vor allem eine professionelle Unterstützung – jemand, der einen berät und auffängt. Für viele Patientinnen und Angehörige können das Selbsthilfe­gruppen oder Initiativen sein, wie beispielsweise der Verein mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V., die größte von Patientinnen betriebene Initiative in Deutschland. Das Ziel ist es, zwischen den Menschen, die von einer Brustkrebs­diagnose betroffenen sind und der Forschung in diesem Bereich, eine Brücke zu bauen. Auf dem Informationsportal mamazone.de, dass der Verein betreibt, finden Betroffene und Interessierte die neuesten Informationen rund um das Thema Onkologie. Patienten und Patientinnen sollen so ermächtigt werden, selbstbestimmt mit dem Krebs und allen damit zu treffenden Entscheidungen umzugehen. Mamazon.de wird durch einen wissenschaftlichen Beirat, bestehend aus 28 renommierten und international anerkannten Brustkrebsexperten, unterstützt.