Kur bei der Krankenkasse beantragen: Was Sie dazu wissen müssen

Immer weniger Gäste kommen zur Kur in die bayrischen Heilbäder und Kurorte. Das zumindest mahnte jüngst der 70. Bayrische Heilbädertag an. Deren Fazit: Die Kur an sich ist nicht tot, hat sich allerdings verändert. Kurgäste suchen heute gezielt nach speziellen Behandlungen, statt einem Kurort aus Tradition die Treue zu halten. Kein Wunder: Wer eine Kur beantragen will oder muss, tut gut daran, sich in Sachen Therapiewünsche frühzeitig festzulegen, um die Chance auf eine Kurbewilligung durch die Krankenkasse zu erhöhen.

Gute Vorbereitung ist die halbe Kurzusage

Eine Kur ist kein Langzeiturlaub mit Wellnessbehandlung. Erst wenn alle anderen therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, ist es möglich, einen Erfolg versprechenden Kurantrag bei der Krankenkasse einzureichen. Eine gute Vorbereitung des Antrags trägt maßgeblich zu dessen Erfolgsaussichten bei. Das fängt schon bei der Wahl des behandelnden Arztes an: Nicht jeder Arzt gilt als qualifiziert dafür, zusammen mit dem Patienten die Notwendigkeit eines Kuraufenthaltes in ausreichender Weise darzulegen. In der Regel kann ein Facharzt am ehesten abschätzen, inwiefern ambulante und stationäre therapeutische Maßnahmen ausgereizt sind und welchen Mehrwert eine Kur erbringen kann. Aber nicht nur die grundsätzliche Notwendigkeit einer Kur muss der Arzt ausreichend erläutern – Sinn und Zweck (z.B. Präventivmaßnahme, Reha nach Unfall) gilt es ebenso darzulegen wie erforderliche Behandlungen, die Art der Kur (z.B. Kompaktkur, Mutter-Kind-Kur) und die Eignung der bevorzugten Kurorte. Kurz: Je detaillierter der Kurantrag und je mehr Aufwand in die Vorbereitung gesteckt wird, desto größer die Chancen auf Erfolg.

Inhaltliche Entscheidungsgewalt bei den Krankenkassen

Mit dem Einreichen des Kurantrags beginnt das große Bangen – schließlich müssen die Krankenkassen schon aus wirtschaftlichen Gründen genau abwägen, in welchen Fällen eine Kur bewilligt werden kann. Die Genehmigung der Kur fällt in die Zuständigkeit des Medizinischen Dienstes der jeweiligen Krankenkasse. Der entscheidet in der Regel nach Aktenlage, also auf Grundlage des Antrags und der Krankenakte (Fernsehbeitrag WISO-Tipp, ab 31:49). Eine nochmalige Untersuchung durch den Medizinischen Dienst ist selten erforderlich. Wird die Kur genehmigt, entscheidet die Krankenkasse über die Details der Kur. Mit anderen Worten: Im Kurantrag können zwar Wünsche zu Kurort, Kurhotel bzw. -krankenhaus und Kurmaßnahmen geäußert werden – das letzte Wort hat allerdings die Krankenkasse selbst. Übrigens: Nach dem Krankenkassenbescheid sollte die Kur schnellstmöglich angetreten werden – vier Monate nach der Bewilligung verfällt der Anspruch in der Regel.

Selbstbeteiligung einkalkulieren

Nur weil eine Kur bewilligt wird, bedeutet das allerdings nicht, dass auf den Kurgast keine Kosten zukommen. Gesetzlich Versicherte müssen bei stationären Aufenthalten in der Regel 10 Euro pro Tag in Form einer Zuzahlung einplanen. Handelt es sich um eine ambulante Kur, sind zehn Prozent der Kosten aus eigener Tasche zu bezahlen. Hinzu kommen Kosten für Dinge des täglichen Bedarfs, ggf. für Unternehmungen oder zusätzliche Behandlungen, die gern in Anspruch genommen, aber nicht von der Krankenkasse bezahlt werden (z.B. zusätzliche medizinische Massagen). Trotz Kostenübernahme durch die Krankenkasse können auf diese Weise mehrere hundert Euro für eine Kur anfallen, die in jedem Fall aus eigener Tasche zu zahlen sind.

2017-05-19T16:09:45+00:00 25. November 2016|Allgemein|