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Krankenkassen wollen Rabatte von Doc Morris

Experten schätzen das Sparpotential für Patienten auf 500 Millionen Euro, wenn die holländische Onlineapotheke Doc Morris Rabatte vergibt. Ein Großteil der deutschen Apotheker spricht sich allerdings für ein Verbot aus, während sich gesetzliche Krankenkassen erhoffen, Arzneimittelausgaben auf diese Weise senken zu können.

Erste konkrete Gespräche mit Krankenkassen haben stattgefunden

Vor einiger Zeit hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Verbot für Rabatte im Versandhandel gekippt. Seither gäbe es seitens der Krankenkassen zahlreiche Anfragen, so Olaf Heinrich, Vorstandvorsitzender von Doc Morris. Mit knapp 20 Millionen Kunden, repräsentieren die Kassen rund ein Drittel aller Versicherten. Heinrich teilte ebenfalls mit, dass „konkrete“ Gespräche bereits laufen würden. Seiner Einschätzung zufolge sei mit einem ersten Vertragsabschluss mit einer Krankenkasse bis zum Ende des Jahres zu rechnen. Sowohl die Krankenversicherungen als auch Verbraucher sind die Profiteure des EuGH-Urteils. Deutsche Apotheker wehren sich jedoch gegen den Arzneimittelhandel unter Einbeziehung von Rabatten.

Mehrere Kassen bekunden Interesse

Mittlerweile bestätigen mehrere Kassen Interesse an möglichen Rabatten. So bestätigt zum Beispiel Hans Unterhuber, Vorstandschef der Siemens-Betriebskrankenkassen, dass es „erste Kontakte“ mit verschiedenen Versandapotheken gegeben habe. Die AOK Baden-Württemberg erachtet den Versandhandel mit rabattierten Arzneimitteln vor allem in Gebieten mit geringer Apothekendichte als lukrativ. Nach Auffassung der Krankenkasse sei dies die „einzige“ Form des Preis- und Servicewettbewerbs, die auch für Patienten von Vorteil wäre.

Einsparungen von mehrere hundert Millionen Euro möglich

Enge Kooperationen mit Krankenversicherungen sind ganz nach den Vorstellungen des Doc-Morris-Chefs. Wie die Modelle aussehen, behält Heinrich allerdings bisweilen noch für sich. Eine Orientierung am Mengenabsatz erscheint in diesem Zusammenhang als wahrscheinlich. Da in Deutschland die freie Wahl für Ärzte sowie für Apotheken gilt, bestehen für Kunden und Krankenkassen geldwerte Vorteile in Form von Medikamenten-Rabatten und im Bereich von Beratung und Betreuung. Beratungen seien zudem über das Internet sowie telefonisch möglich. Der Vorstandschef ist außerdem der Ansicht, dass eine verbesserte Betreuung andere Kosten im Verlauf reduzieren wird.

2017-10-17T15:35:07+00:00 16. November 2016|Gesetzlich, International|