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Krätze zurück in Deutschland: Regionale Unterschiede groß

In Deutschland sind 2017 deutlich mehr Fälle von Krätze (auch Scabies/Skabies genannt) aufgetreten als im Vorjahr. Diese Hautkrankheit wird durch die Krätzmilbe ausgelöst, die sich unter die menschliche Haut gräbt und dort ihre Eier ablegt. Einige Krankenkassen meldeten einen Anstieg der Arzneimittelverordnungen mit den Wirkstoffen Permethrin, Ivermectin, Crotamiton oder Benzylbenzoat.

Längeren Hautkontakt mit Betroffenen vermeiden

Die Ansteckungsgefahr besteht durch die Inkubationszeit von bis zu fünf Wochen auch bei Personen, die selbst noch keine Symptome zeigen. Typische Anzeichen der Krätze sind rötliche Pusteln, die u.a. im Brust- und Achselbereich sowie zwischen den Fingern und im Intimbereich auftreten. Besonders nachts im warmen Bett klagen die Patienten über starken Juckreiz und kratzen sich die Pusteln auf. Treten diese Symptome auf, ist es ratsam, umgehend einen Arzt aufzusuchen und die Haut untersuchen zu lassen. Die Krätze ist bei einem längerem Hautkontakt von etwa 5 bis 10 Minuten übertragbar. Aus diesem Grund sollte man nicht mit dem Betroffenen kuscheln oder in einem gemeinsamen Bett schlafen. Besonders in Kindertagesstätten, Schulen oder auch im Pflegeheim, wo die Bewohner durch die Körperpflege einen engeren Kontakt mit dem Pflegepersonal haben, verbreitet sich eine solche Krankheit leicht. Die Milben sind außerhalb des Körpers für mehrere Tage überlebensfähig. Um die Milben wieder loszuwerden, müssen Kleider und Bettwäsche täglich nach der Benutzung bei 60 Grad gewaschen werden. Auch die Handtücher sollten zweimal täglich gewechselt werden. Gegenstände, die man nicht waschen kann, können dekontaminiert werden, indem man sie für mehrere Tage luftdicht verpackt.

Krätze wieder ansteigend in Deutschland

Den Versicherten der Barmer, wurden im letzten Jahr rund 60 Prozent mehr Medikamente zur Behandlung von Skabies verordnet, als es noch 2016 der Fall war. Im Jahre 2016 waren es 38.127 Rezepte, während die Verordnungen in 2017 auf  über 61.000 anstieg. Laut Dr. Utta Petzold, Dermatologin der Barmer, steht die Zahl der verschriebenen Medikamente womöglich in direkter Relation mit den Krankheitsfällen. Auch andere gesetzliche Krankenkassen (Liste) meldeten steigende Verordnungszahlen: Die AOK Hessen berichtet von 165 verordneten Arzneimitteln, die Techniker von 300 Krätzefällen und die BKK Werra-Meissner von ca. 65 Betroffenen in 2017.

Regionale Unterschiede der Verbreitung

Generell kommt Krätze in allen Regionen Deutschlands und auch weltweit vor. Allerdings gibt es laut Analyse der Barmer regionale Unterschiede bei den Infektionen. In Berlin stieg die Zahl der Fälle um 35 Prozent an, während es in Schleswig-Holstein sogar 127 Prozent waren. In Bremen wurde ein Anstieg von 98 Prozent verzeichnet und auch in Rheinland-Pfalz (89 %) gab es ähnlich viele Betroffene. Die häufigsten Erkrankungen gab es 2017 in Nordrhein-Westfalen mit 26.758 Patienten, gefolgt vom Bundesland Niedersachsen mit 5.011 Fällen.

2018-04-04T08:50:14+00:00 3. April 2018|Gesundheit, International, Lokal, Vorsorge|