Krätze-Erkrankungen treten vermehrt auf

In Deutschland treten wieder zunehmend häufiger Krätze-Fälle auf. Mediziner warnen vor einer stärkeren Verbreitung der in Vergessenheit geratenen Parasiten. Nicht nur im Bundesland Nordrhein-Westfalen, sondern auch in anderen Regionen der Bundesrepublik klagen zunehmend mehr Mensch über ein lästiges Jucken auf Kopf und Körper. Bereits im Frühjahr diesen Jahres waren in der Region um Krefeld auffällig viele Krätze-Fälle registriert worden. Mittlerweile konnten weitere Erkrankungen in Köln, Aachen, Düsseldorf sowie Euskirchen festgestellt werden.

Mediziner rätseln weiter über Häufung

Besonders im Bereich wissenschaftlicher Fortbildungen seien sowohl die Diagnose als auch die Behandlung von Krätze ein zunehmend wichtiger werdendes Thema. Diese berichtete kürzlich Ralf Blumenthal, Sprecher des Berufsverbands der Dermatologen. Mediziner grübeln derzeit noch über die plötzliche Verbreitung der lästigen Hauterkrankung, denn für viele galt sie bereits als beinahe ausgestorben. Ein Grund: in der Vergangenheit stand die Krankheit, die auch Scabies genannt wird, meist im Zusammenhang mit unhygienischen Verhältnissen.

Ansteckung durch Hautkontakt

Verursacht wird die Krätze durch winzige Parasiten. Die so genannten Krätzmilben werden bei direktem, länger andauerndem Hautkontakt auf andere Menschen übertragen. Dort angekommen, „graben“ sie sich in die Haut ein und legen dort Eier und Kot ab, was wiederum das Jucken hervorruft. Namensgeber der Krankheit ist auch der starke Juckreiz, welcher zu unablässigem Kratzen verleitet. Menschen mit trockener Haut sind deutlich stärker von dem Parasitenbefall betroffen. Sobald die korrekte Diagnose vom Arzt erstellt und das passende Medikament verabreicht worden ist, geht von den Betroffenen bereits nach einem Tag keine Gefahr für eine weitere Ansteckung aus.

Großer Aufwand für Betroffene

Befinden sich Menschen auf engem Raum, besteht ein hohes Infektionsrisiko. Neben Kindergärten, Schulen, Altenheimen und öffentlichen Verkehrsmitteln geht auch eine erhöhte Gefahr von Hotelbetten aus. Betroffene müssen einen massiven Aufwand betreiben, um das Risiko einer Verbreitung in ihrem Umfeld auf ein Minimum zu reduzieren. So müssen beispielsweise Handtücher, Kleidung sowie Bettwäsche täglich gewechselt und bei 60 Grad gewaschen werden. Alle Gegenstände und Bekleidungen, die nicht gewaschen werden können, sollten etwa 4 bis 5 Tage lang luftdicht verpackt werden. Bei Möbeln jedweder Art wird empfohlen, sie gründlich mit einem leistungsstarken Staubsauger zu reinigen.

2017-07-16T16:00:42+00:00 7. Dezember 2016|Allgemein|