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Kleinere Pizzen und weniger Zucker in Babynahrung – Ist das die Lösung?

Viele kennen ihn, den mühsamen Kampf mit den Pfunden und das Spiel um eine bessere Gesundheit. Nun möchte die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Julia Klöckner, bis Jahresende einen neuen Plan vorlegen. Einen Plan, der die Portionsgrößen und den Zuckergehalt vieler Fertig- und Babyprodukte regeln soll.

Wirkung ungesunder Fertigprodukte

Zucker, Salz, Fett: Das ist das Trio, welches in Deutschland und weltweit vielen Menschen unfreiwillig zu Übergewicht “verhilft”. Folgekrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und Herzinfarkte sind keine Seltenheit. Mehr als die Hälfte der Eltern in Deutschland sind laut der Umfrage einer Krankenkasse übergewichtig oder fettleibig. Um rund 60 Prozent übersteigt ihr Gewicht das einer gesunden Person. Von den 3 – 17-Jährigen sind in Deutschland mehr als 20 Prozent übergewichtig. Gründe dafür sind zu wenig Bewegung und eine Ernährung, die zu zucker-, salz- und fettlastig ist.

Mit kleinen Portionen zum großen Erfolg

Julia Klöckner möchte nun etwas ändern und ist deshalb in Verhandlungen mit der Lebensmittelindustrie getreten. Ihr Anliegen: gesündere Fertigprodukte mit einem geringeren Zucker-, Fett- und Salzgehalt. An einem konkreten Plan dazu wird derzeit noch gearbeitet, doch Klöckner geht von einer aufgeschlossenen Haltung der Ernährungsindustrie aus. Durch neue Regelungen, wie etwa kleineren Portionsgrößen von Pizzen, Softdrinks und weiteren Fertigprodukten, will sie die Nahrungsmittelindustrie zur Mitverantwortung für die unausgewogene Nährstoffversorgung vieler Menschen hierzulande ziehen. Ab 2019 soll die getroffene “Grundsatzvereinbarung” des Gesundheitsministeriums mit den Wirtschaftsverbänden der Nahrungsmittelbranche in Kraft treten.

Auch Babynahrung im Visier von Klöckner

Eine weitere Angelegenheit, die der Ministerin am Herzen liegt, ist die zu schnelle Gewöhnung der Kinder an Zucker. Wenn bereits Kindernahrung gezuckert und gesüßt wird, findet eine Konditionierung auf den süßen Geschmack schon sehr früh statt. Kinder entwickeln eine Gewohnheit: die Liebe zu süßen Lebensmitteln, welche später mit den falschen Bedingungen zu einer Sucht werden kann. Durch die enge Verknüpfung mit dem Belohnungszentrum im menschlichen Gehirn, übt der Zuckerkonsum einen hohen Reiz auf den Körper aus. Dieser übersteigt sogar den von Kokain. Klöckner will daher jegliche Süßungsmittel in Babytees und Kindermilch bis 2019 gesetzlich verbieten lassen. Das soll im Rahmen einer gerade verhandelten EU-Regelung auch Kinder-Biscuits mit einschließen. (vk)

2018-10-22T13:40:55+00:0022. Oktober 2018|Ernährung, Gesundheit, Politik|