Im Jahr 2019 fand bei deutschen Staats­bürgern ein leichter Umschwung von der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) hin zur privaten Kranken­versicherung (PKV) statt: 146.000 Menschen entschieden sich, aus der GKV auszutreten. Insgesamt ver­zeich­­nete die PKV ein Plus von 12.000 Versicherten gegenüber dem Vorjahr. Auch in der betrieblichen Kranken­versicherung (bKV) wurden im letzten Jahr deutlich mehr Abschlüsse getätigt, als noch 2018.

Mitgliederzuwachs in der PKV

Während im vergangenen Jahr gut 134.000 Personen in die GKV zurück­kehrten, ent­schieden sich 2019 mehr Menschen für eine private Krankenversicherung. Im Ver­gleich zu 2018 ist der Anteil an Wechs­lern sichtlich angestiegen – damals lag das Plus nur bei 800 Versicherten. 2019 konnte die PKV nun einen kräftigen Mit­glieder­zu­wachs von etwa 12.000 Ver­sicher­ten verzeichnen und zählt damit 8,7 Millionen vollversicherte Kunden. Die Gesamtzahl der Versicherungen lag bei 35,2 Millionen.

Der Wechsel in die gesetzliche Kranken­versicherung erfolgte ins­be­sondere bei vielen Leuten nicht unbedingt freiwillig. So zwingt vor allem der Eintritt ins Berufs­leben junge Menschen dazu, sich gesetz­lich versichern zu lassen. Wäre dies nicht der Fall, würde das Plus für die PKV möglicherweise noch höher ausfallen.

Anteil betrieblicher Krankenversicherung gestiegen

Zufrieden zeigt sich auch die betriebliche Krankenversicherung (bKV), die 2019 einen deutlichen Anstieg an Neu­ver­sicherten verzeichnen konnte. Immerhin bezahlen in Deutschland 10.200 Unternehmen ihren Mitarbeitern die bKV. Die Zahl der Firmen ist also im Vergleich zum Jahr 2018 deutlich ange­stiegen – damals waren es noch 7.700 Unter­­neh­men weniger. Während 2018 757.500 Ange­stellte von der bKV profitierten, waren es 2019 immerhin 820.000 Personen.

Mehr Einnahmen – höhere Versicherungsleistungen?

Die steigende Zahl der Mitglieder wirkt sich auch auf die Beitragseinnahmen positiv aus. 2019 stiegen die Einnahmen in der Kranken- und Pflegeversicherung um 2,3 Prozent. Konkret handelt es sich dabei um einen Betrag von 40,7 Milliarden Euro. Von dieser Summe entfallen allein 38,0 Milliarden Euro auf die Krankenversi­che­rung, etwa 2,7 Milliarden Euro werden der Pflegeversicherung zugewiesen.

Parallel zu dem Plus an Beitragseinnahmen stiegen die Ausgaben für Versicherungs­leistungen 2019 auf 29,9 Milliarden Euro – ein Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber 2018. Von diesem Betrag entfielen 28,4 Milliarden Euro auf die Kranken­versiche­rung, 1,5 Milliarden Euro auf die Pflege­versicherung. Die Alterungs­rück­stellungen von PKV-Unter­nehmen kletterten 2019 auf 273 Milliarden Euro. Hierbei handelt es sich um einen Zuwachs von fünf Prozent. Es wird damit gerechnet, dass sich der Trend auch 2020 fortsetzt.