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Kasse zahlt keine Laserepilation bei übermäßigem Haarwuchs

Die Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse litt unter Hirsutismus. Dieses Krankheitsbild bedeutet, dass die Frau einen außergewöhnlich starken Haarwuchs zu ertragen hatte. Die Ursachen für diese Krankheit sind unterschiedlich und reichen von einer genetischen Disposition bis hin zu verstärkter Produktion von männlichen Sexualhormonen. Auch Tumore können den starken Haarwuchs auslösen. Die Klägerin hatte besonders im Gesicht unter einer Vielzahl von unerwünschten Haaren zu leiden. In ihrer Begründung wollte die Frau dem Gericht klarstellen, dass sie sich bereits einer ganzen Reihen von Behandlungen unterzogen hatte. Doch alle Bemühungen hatten nicht zu dauerhaftem und nachhaltigem Abbau des Haarwuchses geführt. Deshalb sei ausschließlich eine Haarentfernung mit dem Laser sinnvoll und vor allen Dingen erfolgversprechend.

Krankenkasse lehnt Kostenübernahme ab

Die Krankenkasse wollte aber die Kosten für eine Laserepilation, also eine Haarentfernung durch den Laser, nicht übernehmen. Bei einer solchen Behandlung werden die Haare den Lichtimpulsen des Lasers ausgesetzt. Durch die punktuelle starke Wärmeentwicklung werden die Haarwurzeln verödet. Doch die Kassen meinte, dass bislang nicht geklärt sei, ob die Laserbehandlung tatsächlich allen anderen Methoden überlegen ist. Vor allem ist nach Ansicht der Kasse noch nicht klar, ob bei dieser Behandlungsmethode Nebenwirkungen auftreten. Die Krankenkasse wollte der Versicherten nur eine Nadelepilation bewilligen. Dabei wird eine sehr dünne Nadel in den Haarkanal eingeführt und kurz unter Strom gesetzt.

Behandlung ist prinzipiell gerechtfertigt

Die Klägerin wollte das aber nicht akzeptieren. Eine Nadelepilation kann zu recht starken Schmerzen führen, und deshalb hielt die Frau eine derartige Behandlung für nicht zumutbar. Sie zog vor Gericht, um ihren vermeintlichen Anspruch durchzusetzen. Doch die Richter am Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen wiesen ihre Klage ab. Sie stellten fest, dass die Erkrankung der Klägerin zwar nicht zu einer Beeinträchtigung ihrer Körperfunktionen führt. Trotzdem gestanden sie ihr den grundsätzlichen Anspruch auf eine Behandlung zu, deren Kosten die Kasse tragen muss. Der Haarwuchs der Klägerin im Gesicht wirkt entstellend und unterliegt deshalb der Leistungspflicht der Krankenkasse. Allerdings ist die Laserbehandlung eine sogenannte „neue Methode“.

Empfehlung des GBA liegt nicht vor

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) ist ein Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Krankenkassen, der Mediziner und Krankenhäuser. Der GBA beschließt die Richtlinien, die für die Kassen, die Ärzte und die Versicherten gelten. Er legt auch den Leistungskatalog der GKV fest. Der Ausschuss hat sich noch nicht zur Laserbehandlung geäußert. Es gibt keine positive Empfehlung, was den therapeutischen und diagnostischen Nutzen der Laserepilation angeht. Aus diesem Grund steht es noch nicht fest, ob die von der Klägerin gewünschte Behandlung den festgelegten und anerkannten Standards medizinischer Behandlung genügt.

Nadelepilation ist eine anerkannte Behandlung

Die Richter machten weiter klar, dass durch das Verfahren der Nadelepilation ein wirksames Verfahren gegen die Krankheit zur Verfügung steht. Es ist nach Auffassung des Gerichtes nicht zulässig, diese Behandlungsform von vornherein auszuschließen, weil sie langwierig, zeitaufwändig und auch schmerzhaft ist. Es ist danach auch durchaus möglich, die Schmerzen durch lokale Betäubung zu lindern. Eine Laserepilation sei zudem ebenfalls nicht völlig ohne jegliche Schmerzen möglich. Die Krankenkasse muss deshalb die Laserepilation nicht zahlen. (Aktenzeichen L 1 KR 443/11)

2017-10-16T09:48:29+00:00 21. Mai 2013|Gesundheit, Versicherung|