Bei Tumorerkrankungen ist oft die Rede von Lungenkrebs, Magenkrebs, Brustkrebs, Blutkrebs oder Gehirntumoren. Auch andere Krebserkrankungen sind hin und wieder Thema. Jedoch scheint nie Herzkrebs erwähnt zu werden. Lässt sich daraus schlussfolgern, dass unser Herz nicht an Krebs erkranken kann?

Häufigste Todesursache sind Herzkrankheiten

Tumorerkrankungen sind die zweithäufigste Todesursache beim Menschen. Auf Platz 1 stehen immer noch Krankheiten am Herzen, welche typischerweise die Blutgefäße betreffen. Die Muskel- und Pumpfunktionen des Herzens sind wichtig für den Blutkreislauf. Wird dieser beeinträchtigt, kann es zu tödlichen Herzkrankheiten kommen. Meistens ist die Rede entweder von Tumoren oder Herzproblemen. Beides zusammen tritt jedoch kaum zur selben Zeit auf.

Tumore am Herzen möglich?

Tumorerkrankungen am Herzen sind äußerst selten, jährlich sind nur etwa 1,38 von 100.000 Menschen betroffen: Davon sind die meisten Tumore gutartig. Wissenschaftler gehen davon aus, dass genetische Veranlagungen der Grund dafür sind, wenn Jemand daran erkrankt. Laut Professor Scott Schuetze von der University of Michigan, besteht das Herz aus Bindegewebe, welches nicht für Krebs anfällig sei. Tumore bilden sich für gewöhnlich in Epithelgewebe, was demzufolge Organe, Haut und Speiseröhre betreffen. Entstehen im Herzen selbst Tumore, so sind diese, nach Aussagen der Herzspezialistin Monika Leja, vermutlich das Resultat gene­tischer Missbildungen. Hin und wieder streuen Tumorerkrankungen Metastasen in die Herzregion. Jedoch scheint es durchaus so zu sein, dass das Herz selbst keine Tumore ausbildet. 75 % der auftretenden Tumore im Herzen sind gutartig. Da diese jedoch lebensbedrohlich sind, müssen diese operativ entfernt werden. Die Gefahr wäre sonst zu groß, dass sich Teile des Tumors abspalten. Dies kann dann in der Folge zu einem Schlaganfall führen.

Spezialzentrum für Tumorpatienten

Die Krebsforschung ist die Basis für die Entwicklung neuer Therapien. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg (NCT) arbeitet an 17 klinischen Krebs­forschungsprogrammen und bietet Patienten ein umfangreiches Spektrum zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge. Das NCT verfügt über eine interdisziplinäre Tumorambulanz mit angeschlossener zentraler Tagesklinik. Die enge Verzahnung von Klinik und Grundlagenforschung bietet die Möglichkeit für neuartige Therapieansätze im Rahmen von klinischen Studien. Des Weiteren gibt es regelmäßige Veranstal­tungen zum Thema Krebs, wie z.B. den 15. Heidelberger KrebsPatiententag am 06. April oder das NCT-Benefizkonzert „Takte gegen Krebs“ am 05. Mai in Dresden.