Laut einer neuen Studie ist Krebs die häufigste Todesursache reicher Länder und löst damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen von Platz eins ab. In Deutschland erkranken jedes Jahr rund 476.216 Menschen an Krebs. Neben einer erblichen Vorbelastung spielen dabei auch immer wieder externe Faktoren, wie die Ernährung, eine wichtige Rolle. 

Krankheiten im Wandel 

Die im September 2019 veröffentlichten Studienergebnisse prognostizieren einen deutlichen Wandel in der Reihenfolge bei den Todesursachen von nicht-übertragbarer Krankheiten: Nahmen Herz-Kreislauf-Erkrankungen lange Zeit den ersten Platz innerhalb wohlhabender Länder wie Deutschland, Kanada oder Schweden ein, sollen in Zukunft Krebserkrankungen diese Position einnehmen. Laut der Studien sind die Zahlen an Todesfällen aufgrund von Schlaganfällen oder Herzinfarkten in den letzten Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Hauptursache dafür sind flächendeckende Behandlungsoptionen, vor allem in den Industriestaaten. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen von den gleichen Risikofaktoren abhängen, verringern verbesserte Bluthochdruck-Therapien das Risiko verschwiegener Erkrankungen, sodass es zu weniger Todesfällen kommt. Krebserkrankungen hingegen seien deutlich diverser und daher schwieriger zu behandeln. Vor allem in der Altersspanne von 35-70 Jahren sollen die Krebserkrankungen in den kommenden Jahren zunehmen. 

Krebserkrankungen in Deutschland 

In Deutschland zählen Darm- und Lungenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen, noch überholt von Prostatakrebs bei den Männern und Brustkrebs bei den Frauen. Vor allem im Bereich der Prostataforschung sind die Ursachen weitestgehend unbekannt. Mit ca. 5-10 Prozent ist der Anteil an erblich bedingten Erkrankungen relativ gering, meist spielen externe Faktoren eine deutlich größere Rolle. In diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird das Thema Ernährung. Die Martini-Klinik Hamburg behandelt deutschlandweit die meisten Prostatakrebs-Patienten. In einem eigens dafür eingerichteten Zentrum beschäftigen sie sich intensiv mit den Ursachen, Einflussfaktoren und Behandlungsmöglichkeiten dieser Krebsart. Ungesunde Ernährung zählt auch dort zu den möglichen Risikofaktoren: Demnach erhöhen ein Ballaststoffmangel und der überwiegende Verzehr von tierischen Fetten und rotem Fleisch das Prostatakrebsrisiko. Gleichzeitig zeigt sich, dass eine ausgewogene ballaststoffreiche und möglichst fettarme Kost das Risiko senkt. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung kann daher eine sinnvolle vorbeugende Maßnahme darstellen. 

Prävention kann Leben retten

Neben einer ausgewogenen Ernährung gibt es noch weitere Möglichkeiten das Krebsrisiko zu senken. Mittlerweile bieten verschiedene Krankenhäuser Kurse zur Prävention an, um gezielt Aufklärung zu leisten. Darunter auch das Präventionszentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen der Universitätsklinik Dresden (NCT/UCC). In speziellen Seminaren klären sie Menschen sämtlicher Altersklassen darüber auf, welche Verhaltensfaktoren bei der Entstehung einer Krebserkrankung eine Rolle spielen können. Dazu gehören begrenzter Alkoholkonsum sowie der Verzicht auf Nikotin. Aber auch regelmäßige Bewegung und das Halten eines gesunden Körpergewichts können vor Krebserkrankungen schützen. Besonders wichtig ist auch das Tragen eines Lichtschutzfaktors, um UV-Strahlen vorzubeugen und das nicht nur im Sommer, sondern über das ganze Jahr verteilt. Des Weiteren sollten schwangere Frauen ihre Babys nach der Geburt möglichst lange stillen, da dies langfristig vor Brustkrebs schützen kann. Das Präventionszentrum am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen der Universitätsklinik Dresden rät den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ihrer Präventionsseminare zudem, regelmäßig zur ärztlichen Vorsorge zu gehen. Bisher tun dies nämlich erstaunlich Wenige. Nur die Hälfte aller Frauen geht einmal jährlich zur Vorsorge, bei den Männern sind es lediglich 18 Prozent. Das ist besonders erschreckend, da laut dem deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) fast die Hälfte aller Krebserkrankungen durch Früherkennungsmaßnahmen hätten verhindert werden können.