Intelligent und kurzsichtig? Wie langes Lernen und Smartphone-Nutzung die Sehschwäche fördern

Bereits seit vielen Jahren sind Forscher auf der Suche nach den Ursachen für die steigende Zahl an kurzsichtigen Personen in der Bevölkerung. Festgestellt wurde, dass die Wahrscheinlichkeit, kurzsichtig zu werden, mit dem Bildungsgrad steigt. Eine angrenzende Diskussion unter Medizinern zur Smartphone-Nutzung bei jungen Menschen zeigt auf, dass sich das Problem der Kurzsichtigkeit noch weiter ausbreiten könnte.

Risiko für Kurzsichtigkeit steigt mit Bildungsniveau

Mehrere Studien haben bereits den Zusammenhang zwischen Bildungsweg und Kurzsichtigkeit (Myopie) untersucht. Jüngst hat die Studie der Universitätsmedizin Mainz den Zusammenhang erneut aufgezeigt. Die Studie der Mainzer Wissenschaftler ging noch einen Schritt weiter und untersuchte die Hypothese, ob auch die Intelligenz Einfluss auf die Kurzsichtigkeit hat. Die umfangreiche Studie kommt zu dem Schluss, dass die Intelligenz für die Wahrscheinlichkeit einer Entwicklung einer Kurzsichtigkeit nicht entscheidend ist, die Länge des Bildungsweges aber schon. Damit bestätigt die Studie vorangegangene Untersuchungen. Der Grund für den Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und erhöhter Wahrscheinlichkeit einer Kurzsichtigkeit ist für die Forscher die längere Bildschirmarbeit, die ein umfassenderer Bildungsweg mit sich bringt – Outdoor-Aktivitäten finden im Vergleich nicht ausreichend statt.

Kurzsichtigkeit durch Smartphone-Nutzung erhöht

Wie die Studien zu Bildungsniveau und Risiko der Kurzsichtigkeit aufzeigen, hängt die Gefahr der Entwicklung einer Kurzsichtigkeit mit weniger Aufenthalten im Freien und mehr Zeit vor dem Bildschirm zusammen. Vor allem unter Augenärzten wird daher davor gewarnt, dass sich durch die intensivere Smartphone-Nutzung bereits unter Kindern und Jugendlichen die Zahl der Kurzsichtigen weiter erhöhen wird. Auch hier sind die gleichen Variablen im Hintergrund entscheidend: geringe Aktivitäten im Grünen und eine hohe Bildschirmnutzung, die im schlimmsten Fall sogar die Netzhaut schädigen kann.

Zunahme an kurzsichtigen Personen erwartet

Damit steht zu befürchten, dass die Zahl der Kurzsichtigen in naher und mittelfristiger Zukunft weiter ansteigen wird, was wiederum steigende Kosten für Hilfsmittel bei den gesetzlichen Krankenkassen wie auch den privaten Versicherern bedeuten kann. Frühe Aufklärung und Hinweise sind daher wichtig, um dem gestiegenen Risiko rechtzeitig zu begegnen.

2017-05-19T16:09:34+00:00 11. Mai 2017|Allgemein|