/, Gesundheit, Politik, Versicherung/Informationspflicht der Krankenkassen auf dem Wunschzettel der Verbraucher ganz oben

Informationspflicht der Krankenkassen auf dem Wunschzettel der Verbraucher ganz oben

Die unterschiedlichen Gesetzesreformen im Gesundheitswesen haben in den letzten Jahren zu einer steigenden Belastung der gesetzlich Versicherten geführt. Eine große Mehrheit der betroffenen Menschen fordert nun mehr Transparenz bei den Ausgaben der Krankenkassen sowie eine bessere Information gegenüber den Beitragszahlern. Es soll klar und verständlich gemacht werden, welche Leistungen von den unterschied­lichen Krankenkassen erbracht werden. Ziel ist es, Verbrauchern den Vergleich der Kassen, neben den Kosten, auch über Leistungs- und Service-Aspekte zu ermöglichen.

Verbraucherzentrale Bundesverband fordert bessere Information durch Krankenkassen

Die Idee eines besseren Informationsflusses wurde vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) entwickelt. Die Verbraucherschützer beobachten schon seit Jahren den steigenden Krankenkassenbeitrag. Längst wird der optionale Zusatzbeitrag, der von den Krankenkassen in unterschiedlicher Höhe erhoben wird, allein von den Versicherten getragen. Die Arbeitgeber müssen sich daran nicht beteiligen. Zugleich bleibt aber weitgehend unklar, welche Leistungen mit dem Zusatzbeitrag eigentlich finanziert werden. Viele Krankenkassen nutzen den zusätzlichen Beitrag nicht nur, um notwendige Ausgaben zu decken. Tatsächlich gelingt es vielen Kassen, attraktive Angebote für die Versicherten zu schaffen. Bei anderen Krankenkassen wird hingegen nicht selten viel Geld für die Verwaltung verwendet. Den Versicherten fehlt jedoch bislang der Überblick. Insbesondere locken verschiedene Krankenkassen mit vielversprechenden Angeboten, ohne dass eine Vergleichbarkeit für den Kunden gegeben wäre.

78 Prozent der Versicherten wollen mehr Transparenz

Fast vier von fünf gesetzlich Versicherten sprechen sich dafür aus, besser über die Angebote der Krankenkassen informiert zu werden. Dies ergab eine Umfrage der Forsa zum Thema “Meinung zur gesetzlichen Krankenkasse” (PDF) unter rund 1000 Befragten. Durch eine bessere Vergleichbarkeit der Krankenkassen über den Kostenaspekt hinaus, würde der Wettbewerb unter den Anbietern Richtung verbessertem Leistungs- und Serviceangebot erheblich steigen. So bietet beispielsweise die BKK Gildemeister Seidensticker ein umfangreiches Informations­angebot für Interessenten. Neben einem guten Online-Service, stehen dem Kunden individuelle Rechner zur Verfügung. Ein Zahnersatz-Eigenanteilrechner, der Krankengeld- sowie der Zuzahlungsrechner informieren die Versicherten sofort über den zu leistenden Eigenanteil. Seiten für die Suche nach Ärzten oder etwa Sportstudios in der Nähe stehen dem Verbraucher ebenfalls zur Verfügung. Häufig gestellte Fragen finden zu fast allen Themen Anwendung und verschaffen so einen genaueren Überblick über Einzelfälle.

Zusatzleistungen und Bonusprogramm machen den Unterschied

Die Grundversorgung über die gesetzlichen Krankenkassen ist vorgeschrieben und macht 95 Prozent der Leistungen aus. Um sich von den anderen Versicherern abzuheben, bieten die meisten Krankenkassen über diese Versorgung hinaus­gehend Zusatzleistungen an. Diese Leistungen werden dann entweder von der Kasse getragen oder zumindest zu bestimmten Teilen übernommen. Vor allem wünschen sich die Versicherten, besser über diese Zusatzleistungen sowie digitale Angebote, Hausarztverträge und Extraleistungen bei der Zahnversorgung und beim Kranken­hausaufenthalt informiert zu werden. Auch bei speziellen Leistungen, die bei bestimmten Krankheitsbildern nur auf Antrag gewährt werden, soll die Infor­mations­pflicht verbessert werden.

Durch veröffentlichte Zahlen soll leicht verständlich hervorgehen, wie oft eine bestimmte Leistung von den Versicherten beantragt wurde und wie oft diesen Anträgen von den Krankenkassen stattgegeben wurde. Ende 2016 war die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK die erste Krankenkasse, die ihre Zahlen zu Widersprüchen, Kundenbeschwerden und Gerichtsverfahren veröffentlichte. Die SBK wollte damit erreichen, dass weitere gesetzliche Krankenkassen ebenfalls ihre Quoten offen legen und für die Versicherten zunehmend trans­parenter werden. So könnte Jeder seine Entscheidung für einen anderen Versicherer zusätzlich anhand der Kunden­orientierung treffen. Gerade bei negativem Feedback ist es wichtig, offen mit einer Beschwerde umzu­gehen und daraus zu lernen. Anhand der Versichertenzahl ergab sich für die SBK eine durchaus positive Beschwerdequote von 0,37 Prozent.

2018-03-27T14:28:00+00:00 14. Dezember 2017|Gesetzlich, Gesundheit, Politik, Versicherung|