Masern, Mumps und Röteln sind klassische Kinderkrankheiten, die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Da die Anzahl an Masern­erkran­kungen stieg, wurde von der Bundesregierung die Impfpflicht gegen Masern ab 2020 eingeführt. Der Wirkstoff gegen Masern ist jedoch bis dato nur als Mehrfachimpfstoff erhältlich.

Masern – Impfpflicht ist ein heikles Thema

Die Einführung einer Impfpflicht für Masern ab dem Jahr 2020 wird heiß diskutiert. Die große Koalition hat den Beschluss verabschiedet und setzt ihn nun auch stringent um. Jedoch ist es so, dass für eine Impfung gegen Masern in Deutschland aktuell nur Impfstoffe angeboten werden, die gleichzeitig auch gegen die Krankheiten Mumps und Röteln sowie teilweise Windpocken immunisieren. Selbst ein Import von einem Impfstoff, der nur gegen Masern schützt, aus einem anderen europäischen Land ist momentan nicht möglich. Denn nach Kenntnisstand des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (VfA) wird in allen 28 europäischen Ländern ausschließlich auf die Mehrfachimpfung gesetzt. Aktuell sind somit keine Monoimpfstoffe verfügbar.

Impfung mit Mehrfachmedikament trotzdem Pflicht

Trotz dieser Tatsache sieht das Bundesministerium für Gesundheit die Masernimpfpflicht als gesetzt. Denn der Mehrfachimpfschutz bedeutet nicht automatisch, dass bei einer Verweigerung auch auf den gesetzlich vorgeschriebenen Impfschutz bei Masern verzichtet werden kann. Wer laut Gesetzentwurf zur verpflichteten Personengruppe gehört, muss sich gegen Masern impfen lassen, auch wenn dafür nur Kombinationsimpfstoffe bereitgestellt werden können. Der VfA verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Kombinationsimpfungen nicht mehr oder weniger Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen, als eine klassische Monoimpfung.

KBV warnt vor den Folgen einer Masernerkrankung

Die Krankheit kann nicht nur bei Kindern ausbrechen und zu Folgekrankheiten führen, auch Erwachsene, die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden, können sich mit den Viren anstecken. Vor allem bei Babys und Erwachsenen kommt es häufiger zu schweren Komplikationen. Laut Kassen­ärzt­licher Bundesvereinigung (KBV) kann eine Ansteckung mit Masern u.a. zu einer Lungenentzündung und Gehirnentzündigungen mit möglicherweise bleibenden Schäden führen. Die besondere Form der Gehirnentzündung SSPE kann auch einige Jahre nach der Masernerkrankung noch auftreten. Diese verläuft immer tödlich und betrifft häufig Kinder unter fünf Jahren. Die KBV empfiehlt Personen, die keinen Impfschutz haben und Kontakt mit Masernpatienten hatten, sich innerhalb von drei Tagen impfen zu lassen. So kann man das Risiko einer Erkrankung möglicherweise noch reduzieren.

Impfschäden – Mögliche Folgen einer Masernimpfung

Im Vergleich zu den Folgen einer Erkrankung, sind die Erkrankungen nach einer Impfung laut KBV weniger dramatisch: Es kann u.a. zu Kopfschmerzen, Ausschlag und Fieber kommen, die Einstichstelle kann sich röten und heiß werden. Schwere Folgen, wie eine Gehirnentzündung, sind bisher äußerst selten aufgetreten.