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IKK Brandenburg/Berlin erhöht Zusatzbeitrag ab Juli 2018

Einige gesetzliche Krankenversicherungen haben dieses Jahr bereits ihre Zusatzbeiträge angehoben, so z.B. die BKK Scheufelen, BKK VBU, BKK Public nebst anderen Betriebskrankenkassen. Nun erhöht die IKK Brandenburg und Berlin (IKK BB) ab 1. Juli ebenfalls ihren Zusatzbeitrag um 0,41 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent. Damit steigt der Gesamtbetrag auf 15,9 Prozent, wovon 8,6 Prozent auf die 245.000 Versicherten entfallen- zumindest bis zur Einführung der paritätischen Finanzierung im Januar 2019. Diese sieht vor, die kompletten Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber finanzieren zu lassen, im Falle der IKK BB wären das je 7,95 %. Bisher zahlt der Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag allein.

Mehrkosten sind Grund für Anpassung

Bisher konnte die IKK BB mit einem Zusatzbeitrag unter Bundesdurchschnitt punkten, was laut eigenen Aussagen nur mit Hilfe von Subventionierungen in Form von Zugriff auf finanzielle Rücklagen möglich war. Begründet wird die Erhöhung vor allem mit den Leistungsausweitungen im Kranken- und Pflegebereich vom Gesetzgeber. Durch das neue Heil- und Hilfsmittelgesetz wird u.a. mehr Fokus auf die Qualität bei der Auswahl der Hilfsmittel gelegt und bringt automatisch eine Kostensteigerung mit sich. Auch insgesamt steigt die Kostenbelastung im Gesund­heitswesen an. Es herrscht somit weiterhin finanzieller Druck auf die Krankenkassen trotz zwischenzeitlicher Überschüsse. Des Weiteren wird der Morbiditäts-Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) als fehlgesteuert erachtet. Damit ist die IKK BB nicht die erste gesetzliche Krankenkasse, die die Mittelverteilung aus dem Gesundheits­fonds scharf kritisiert und als Grund für entstehende Mehrkosten anführt. Wenn eine Kasse viele Mitglieder mit kostenintensiven Erkrankungen hat, bekommt sie hierfür einen finanziellen Ausgleich. Daher kann es vorkommen, so der Vorwurf vieler kleinerer Kassen, dass andere Kassen ein Interesse daran haben, dass Ärzte ihre Patienten “kränker” machen, um somit höhere Leistungen abrechnen zu können.

Sonderkündigungsrecht nutzen und wechseln

Versicherte der IKK BB können aufgrund der Erhöhung des Zusatzbeitrages bis 31. Juli vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und den Anbieter wechseln. Dabei muss die Mindestversicherungszeit von 18 Monaten nicht eingehalten werden. Die Kündigungsfrist beträgt dann zwei Monate zum jeweiligen Monatsende. Bei einem angestrebten Krankenkassenwechsel sollte man nicht nur auf den Preis achten, sondern auch seine individuellen Leistungswünsche in den Vordergrund stellen. Viele Versicherte legen beispielsweise Wert auf die Kostenübernahme für eine professionelle Zahnreinigung, bevorzugen eine Filiale unmittelbar vor Ort oder nehmen gerne alternative Heilmethoden in Anspruch.

2018-07-19T16:13:41+00:0026. Juni 2018|Gesetzlich, Versicherung|