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HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen – Welche Kosten erstatten die Krankenkassen

Noch keine zehn Jahre ist es her, dass Professor Harald zur Hausen für die Entdeckung des Zusammenhangs zwischen Virusinfektionen und Krebserkrankungen den Nobelpreis für Medizin erhalten hat. Seither ist bekannt, dass humane Papillomviren (HPV) Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen sind.

Niedrige Impfrate durch fehlende Aufklärung

Allein in Deutschland erkranken jährlich über 4.500 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, etwa ein Drittel von ihnen verstirbt infolgedessen. Impfungen im Jugendalter hätten diese Erkrankungen höchstwahrscheinlich verhindern können. Doch obwohl die Bereitschaft zur Immunisierung bei Kinderkrankheiten und Tetanus nahezu flächendeckend ist, liegt die aktuelle HPV-Impfrate bei nur circa 40 Prozent. Grund dafür ist unter anderem das fehlende Wissen über das Risiko der Viren sowie die Möglichkeit der Immunisierung.

Die Impfung ist nur vorbeugend wirksam und sollte daher so früh wie möglich durchgeführt werden. Auf jeden Fall aber vor dem ersten Geschlechtsverkehr, denn auch die Verwendung eines Kondoms kann nicht ausreichend Schutz bieten.
Die verfügbaren Impfstoffe sind sehr gut verträglich und sicher. Sie enthalten gentechnisch produzierte Virushüllen, die frei von viralem Genmaterial sind. Durch die strukturelle Ähnlichkeit wird dem Immunsystem ein Virus vorgetäuscht, gegen welches der Körper Abwehrmaßnahmen einleitet und so für Immunisierung sorgt.

Warum ist die Impfung der Jungen sinnvoll?

Zwei Gründe sprechen für die allgemeine HPV-Impfung: Da die Impfrate der Mädchen recht niedrig ist, wird durch die Immunisierung der Jungen als potenzielle Überträger des Virus der Schutz vor den Krebserkrankungen der Frauen insgesamt erhöht. Die Chance, die Infektion mit HPV zu minimieren und einen Herdenschutz zu garantieren, steigt mit der Impfrate der Jungen. Die Impfung kann bei Männern relevante Erkrankungen wie Penis- und Analkarzinome verhindern. Außerdem sind Papillomviren verantwortlich für das Entstehen von Krebs im Rachen und in der Mundhöhle sowie das Auftreten von Feigwarzen mit ihren unangenehmen Symptomen.

Kostenübernahme der Krankenkassen

Die Kosten für den rund 500 Euro teuren Impfzyklus werden im gesetzlichen Leistungskatalog bisher nur für Mädchen bzw. junge Frauen im Alter zwischen 9 und 17 Jahren übernommen. Da die Infektion beim Sexualkontakt übertragen wird, aber auch weil die HPV-Infektion beim Mann Krebserkrankungen hervorrufen kann, wird die Immunisierung nun auch für Jungen angeraten. Es gibt einige Krankenkassen, die sich bereits jetzt nach den neuesten Empfehlungen der STIKO vom Juni 2018 richten und die Kosten der HPV-Impfung bei Jungen vollständig oder teilweise erstatten. (jl)

Von |2018-08-24T09:58:18+00:0020. August 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Vorsorge|