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Höhere Zuzahlungen und neue Rabattverträge bei Arzneimitteln

Seit dem 1. April 2018 kommt es teilweise zu höheren Zuzahlungen auf rezeptpflichtige Arzneien. Medikamente, die es bisher ohne Zuzahlung gab, können seit April mit fünf bis zehn Euro veranschlagt werden. Zudem hat eine neue Entscheidung der Richter in Berlin nun bestätigt, dass auch verschreibungspflichtige Medikamente von Online-Apotheken grundsätzlich zurückgegeben werden können.

Krankenkassen sparen bei Festbeträgen

Der Deutsche Apothekerverband DAV teilte mit, dass seit dem ersten April wahrscheinlich mehr Zuzahlungen auf verschreibungspflichtige Medikamente geleistet werden müssen. Diese Beträge werden von den Apotheken an die Krankenkassen weitergeleitet. Der Grund für diese Zuzahlungen sind gesenkte Festbeträge. Diese Erstattungshöchstbeträge werden von den gesetzlichen Kassen gesenkt und sollen ihnen Ersparnisse von mehr als 100 Millionen Euro im Jahr einbringen. Wenn die Arzneimittelhersteller nicht reagieren und ihre Preise ebenfalls absenken, wozu sie nicht verpflichtet werden können, ergeben sich zwangsläufig höhere oder erstmalige Zuzahlungen auf Medikamente. Der Deutsche Apotheker­verband verweist darauf, dass die Zuzahlungen schon seit Jahren steigen. 2017 wurden in den Apotheken in Deutschland insgesamt 2,1 Milliarden Euro an Zuzahlungen geleistet.

Neue Rabattverträge: Umstellung auf neue Medikamente für Patienten

Arzneien, die von diesen Zuzahlungen betroffen sind, sind unter anderem starke schmerzstillende Mittel und Betäubungsmittel, in denen Morphine, Oxycodon oder Fentanyl enthalten sind. Auch bestimmte Entzündungshemmer wie Prednisolon oder blutverdünnende Mittel wie Clopidogrel werden in Zukunft wahrscheinlich nur noch mit einer Zuzahlung in der Apotheke erhältlich sein. Auch für das Rheuma­medikament Infliximab wird es künftig einen Erstattungshöchstbetrag geben. Ebenfalls ab dem 1. April müssen sich viele Patienten wegen neu in Kraft tretender kassenspezifischer Rabattverträge von einem gewohnten Medikament auf ein neues Mittel umstellen. Die AOK, die Techniker und die DAK haben bereits neue Rabattverträge abgeschlossen und wollen damit Milliarden sparen.

Arzneimittelrücknahme auch bei Online-Apotheken Pflicht

Eine Entscheidung des Karlsruher OLG stärkt die Patientenrechte, indem es einem Kläger gegenüber einer Internetapotheke Recht gab. Ein Medikament kann fortan auch dann zurückgegeben werden, wenn es verschreibungs- oder apothekenpflichtig ist. Versandapotheken müssen zudem eine kostenlose Beratungshotline anbieten, um ihren Kunden den gleichen Service wie eine Apotheke vor Ort zu bieten. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass der Versandhandel mit rezeptpflichtigen Medikamenten unterbunden werden soll. Dies steht allerdings bisher nur auf der Agenda. Immerhin müssen Online-Apotheken nun das Widerrufsrecht einhalten, welches viele von ihnen bisher ausgeschlossen hatten.

2018-04-05T14:25:42+00:005. April 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Recht, Versicherung|