Höhere Beiträge für gesetzlich versicherte Studenten ab 2016 / 2017

Seit dem 1. August 2016 haben Studierende Grund zur Freude: Seitdem gelten höhere Bafög-Sätze. Die Freude verfliegt allerdings schnell, wenn die Krankenkasse höhere Beiträge fordert. Denn: Der Bafög-Höchstsatz und die Beiträge zur studentischen Krankenversicherung der gesetzlichen Krankenkassen sind gekoppelt. Betroffen sind Studierende, die weder über ihre Eltern noch privat versichert sind. Sie zahlen seit Semesterbeginn zum Teil mehr als 60 Euro pro Jahr zusätzlich in die Sozialversicherung ein.

Bafög-Erhöhung lässt GKV-Beiträge steigen

Gleich zwei Faktoren wirken sich negativ auf die Krankenversicherungsbeiträge für Studierende ab dem Wintersemester 2016/17 aus – das Bafög, genauer der Bafög-Höchstsatz und die Berechnungsgrundlage sowohl für den Pauschalbetrag der Krankenkassen als auch für den Zusatzbeitrag. Die größte Steigerung der Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) trifft studentische Versicherte bei der AOK Nordost, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, NordWest, Rheinland-Pfalz/Saarland, Rheinland/Hamburg sowie bei der Barmer GEK und DAK-Gesundheit. Hier steigt der monatliche Beitrag um 5,37 Euro. Die geringste Erhöhung ist bei der AOK Plus und Sachsen-Anhalt zu finden: Sie beträgt lediglich 1,79 Euro monatlich.

Zusatzbeiträge bleiben stabil

Zumindest in Sachen Zusatzbeitrag können Studierende in der GKV aufatmen. Sie zahlen zwar minimal höhere Beträge aufgrund der Kopplung an den Bafög-Höchstsatz bei der Beitragsermittlung, jedoch ist eine weitere Erhöhung der Zusatzbeiträge in 2017 im Bundesdurchschnitt nicht zu erwarten. Das zumindest geht aus der kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit hervor. Demnach soll der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der GKV im Jahr 2017 bei 1,1 Prozent liegen. Zu beachten ist, dass es sich hierbei um einen Durchschnittswert handelt – je nach Krankenkasse kann der Beitrag auch spürbar höher oder tiefer liegen. Ändert eine Kasse ihren Zusatzbeitrag, besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Versicherte können dann in eine andere, günstigere Krankenkasse wechseln.

Private Krankenversicherung als Alternative

Unter bestimmten Umständen haben Studierende die Möglichkeit, sich selbst in der PKV zu versichern – angesichts der Beitragssteigerung in der gesetzlichen Krankenversicherung ggf. verlockend, wären da nicht die Prognosen für 2017. Verschiedenen Berichten zufolge sollen private Krankenversicherungen ab dem kommenden Jahr teurer werden. Etwa zwei Drittel der PKV-Mitglieder müssen demnach Beitragserhöhungen um durchschnittlich elf Prozent verkraften. Betroffene werden Anfang November von ihrer Versicherung benachrichtigt. Begründet wird der Beitragssprung mit der anhaltenden Niedrigzinsphase an den Finanzmärkten. Da deren Ende bislang nicht absehbar ist, drohen künftig weitere Beitragsanpassungen, die in diesem Umfang in der studentischen Krankenversicherung der GKV nicht zu erwarten sind.

2017-05-19T16:09:50+00:00 3. November 2016|Allgemein|