Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie sind derzeit viele Freiwilligendienstler ohne Beschäftigung. Um dem entgegenzuwirken, hat das Bundesfamilienministerium die Initiative „Freiwillige helfen jetzt” ins Leben gerufen, die Engagierten eine neuen Einsatzstelle vermitteln soll. Vor allem im Gesundheits- und Pflegebereich ist der Bedarf nach wie vor groß. 

Freiwilliges Engagement „kulturweit”

Jährlich leisten rund 100.000 Menschen aus Deutschland einen Freiwilligendienst. Viele von ihnen engagieren sich in gemeinnützigen Einrich­tungen oder unterstützen Natur- und Umweltschutzprojekte im In- und Ausland. Vor allem bei jungen Menschen ist der weltweite Einsatz be­liebt beispielsweise mit dem internationalen Freiwil­li­gen­­dienst der Deutschen UNESCO-Kommission “kulturweit”. Dieser bietet Menschen zwischen 18 bis 26 Jahren die Möglichkeit, sich für sechs oder zwölf Monate in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Ziel des frei­willigen Engage­ments ist es soziale, ökologische, kulturelle und interkulturelle Kompetenzen zu er­weitern und das Verant­wortungsbewusstsein zu stärken.

Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Anzahl an Freiwilligendienstlern jedoch zu­rückgegangen, da sie entweder aus Auslandseinsätzen zurück­kehren mussten oder hierzulande ihrer Beschäftigung nicht mehr nachgehen durften. Die Plattform „Frei­willige helfen jetzt” des Bundesfamilien­ministeriums soll Freiwillige dabei unter­stützen neue Einsatzstellen zu finden, denn Helfer werden in vielen Bereichen händeringend gesucht. 

Vorübergehender Wechsel des Einsatzortes möglich

Mit Hilfe einer Ausnahmeregelung ist es Freiwilligendienstlern vorerst möglich, ihren Einsatzort zu wechseln, wenn dieser aufgrund des Coronavirus vorübergehend ge­schlossen werden musste oder Freiwillige infolge der Corona-Maßnahmen ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen dürfen. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Menschen, die sich aktuell im Bundesfreiwilligendienst, im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Freiwilligen Ökologischen Jahr befinden. 

Auf der Vermittlungsseite von „Freiwillige helfen jetzt” können Helfer nach regio­nalen Einsatzstellen suchen und sich bei den jeweiligen Orga­nisationen direkt bewerben. Auch gemeinnützige Einrichtungen können auf der Plattformen Gesuche aufgeben. Wie so ein Einsatzortwechsel aussehen kann, können Interessierte unter anderem auf der Internetseite des Freiwilligendienstes „kulturweit” nachlesen. 

Gesundheitswesen hofft auf Unterstützung

In Deutschland sind um die 30 Millionen Menschen ehrenamtlich engagiert. Laut Angaben des Bundesfamilienministeriums arbeiten momentan rund 25.000 Frei­willige im Gesundheits- und Pflegebereich. Sie helfen beispielsweise in Krankenhäu­sern, Pflegeheimen oder im Rettungsdienst. Der Bedarf an Arbeitskräften sei aber deutlich höher, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Mit Hilfe von „Frei­willige helfen jetzt” könnte die Lücke zum Teil gefüllt werden und die Hilfsbereit­schaft vieler dort hingebracht werden, wo sie benötigt wird.

Corona-Hilfe per „Welcome App”

Wie wichtig gezielte Hilfe während der Corona-Pandemie ist, zeigt auch die  „Welcome App Germany”. Um Geflüchteten und Einwandern aller Art den Corona-Alltag zu erleichtern, bietet die App unter der Rubrik Corona-Hilfe vielfältige Infor­mationen rund um die Corona-Schutz-Verord­nung, Finanzhilfen und das Leben in Zeiten von Social Distancing. Die Informationen sind in 15 unterschiedlichen Sprachen erhältlich und können im Web oder per App (iOS, Android und Windows) aufgerufen werden. Neben Erklärvideos gibt es unter anderem hilfreiche Checklisten zu den Bereichen Steuerliche Maßnahmen, Homeoffice oder Hoomschooling. Darüber hinaus bietet die  „Welcome App Germany” detaillierte Informationen zu wichtigen allgemeinen Themen rund um das Leben in Deutschland. Ziel ist es, Sprachbarrieren abzubauen und eine erfolg­reiche Integration zu ermöglichen.