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Hautkrebsvorsorge: Welche Kosten die Krankenkasse übernimmt

Für den australischen Schwimmstar Mack Horton hat sich die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio gleich doppelt gelohnt. Ein Fan gab dem Olympiasieger anonym den Tipp, sich ein auffälliges Muttermal entfernen zu lassen, das auf den TV-Bildern sichtbar war. So viel Glück hat nicht Jeder – Grund genug, sich regelmäßig einer Untersuchung zur Hautkrebsvorsorge zu unterziehen.

Hautkrebsscreening ist Kassenleistung

Hautkrebs gilt als eine der häufigsten Krebserkrankungen weltweit. Die Politik und die Krankenkassen haben in den letzten Jahren bereits darauf reagiert. Zum einen mit einem Verbot allzu leistungsstarker Solarien seit 2012, zum anderen mit der Einführung des Hautkrebsscreenings als Kassenleistung seit Juli 2008. Das Hautkrebsscreening können GKV-Mitglieder ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre kostenlos in Anspruch nehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung durch einen Haut- oder Hausarzt, der eine dafür erforderliche Schulung mit einem entsprechenden Zertifikat nachweisen muss. Im Zuge der etwa 15-minütigen Ganzkörper-Untersuchung kontrolliert der Arzt mit bloßem Auge die Hautoberfläche auf Hautveränderungen und auffällige Muttermale.

Erweiterte Diagnostik für Selbstzahler

So sinnvoll das Screening grundsätzlich ist: Experten kritisieren, dass diese Untersuchungsmethode keine 100-prozentige Sicherheit bietet. Die Untersuchung mit einem Dermaskop, einem beleuchteten Auflichtmikroskop, wäre zum Beispiel erheblich genauer. Den Einsatz dieses Gerätes lassen sich Hautärzte in der Regel mit bis zu 25 Euro bezahlen. Zusatzkosten fallen auch bei anderen Untersuchungsmethoden an, etwa bei Verwendung eines digitalen Auflichtmikroskops, bei dem die fragliche Hautstelle auf einem Monitor in erheblicher Vergrößerung genau untersucht werden kann. Diese Untersuchung kann mit rund 40 Euro zu Buche schlagen. Die Kosten sind von den Patienten im Prinzip selbst zu tragen, da sie nicht zum Leistungsumfang des einfachen Hautkrebsscreenings zählen. Einige Kassen erstatten ihren Mitgliedern die Kosten jedoch auf freiwilliger Basis. Übrigens: Auch eine regelmäßige fotografische Dokumentation verdächtiger Hautstellen ist keine Kassenleistung und muss aus eigener Tasche gezahlt werden.

Individuelle Absprachen mit Krankenkasse treffen

Einige Krankenkassen werben damit, auch die Kosten für ein ausführliches Hautkrebsscreening zu übernehmen, um sich von Mitbewerbern abzusetzen. Wer nicht das Glück hat, einer solchen Kasse anzugehören, muss trotzdem nicht gleich an einen Wechsel denken. Je nach individuellen Voraussetzungen kann es möglich sein, Extraleistungen im Hinblick auf die Hautkrebsvorsorge erstattet zu bekommen. Individuelle Absprachen mit Krankenkassen sind z.B. bei erblicher Vorbelastung und sehr hellen Hauttypen möglich. Übernommen werden können die sogenannten „Leistungen über dem gesetzlichen Anspruch“ wie die ausführliche Untersuchung mit Spezialgeräten, aber auch Vorsorgeuntersuchungen für Versicherte unter 35 Jahren oder die Kosten für kürzere Untersuchungsintervalle. Übrigens: Kosten für Sonnencreme im Rahmen der Hautkrebsprävention – zum Beispiel für Menschen, die in Außenbereichen arbeiten – übernimmt keine Krankenkasse, da Sonnencremes als Pflegemittel gelten. Die Kosten dafür können jedoch ggf. steuerlich geltend gemacht werden.

2017-10-13T13:16:06+00:00 3. November 2016|Gesundheit, Versicherung, Vorsorge|