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GRETA-Studie: Ernährung von Kleinkindern oft ungesund

Wenn das Kind kein Obst und Gemüse mag, dann bekommt es eben Pommes. Doch Experten warnen: Gerade im Kleinkindalter bilden sich die Ernährungsgewohnheiten heraus, die einmal falsch eingeübt, ein Leben lang bestehen können. Gerade im Kindesalter ist eine gesunde Ernährung daher von essentieller Bedeutung. Wie “Ärzte Zeitung Online” berichtet, werden einer aktuellen Studie zufolge Kleinkinder jedoch häufig falsch ernährt. Forscher hatten dazu die Ernährungsweise von Kindern in 525 repräsentativ ausgesuchten Haushalten untersucht. Demnach kommt zu häufig Wurst und Fleisch statt Gemüse und Vollkorn auf den Tisch. Auch Süßigkeiten liegen der Studie zufolge mit rund 50 Gramm pro Tag deutlich über der ratsamen Menge von 25 bis 30 Gramm. Die Veröffentlichung der Ergebnisse war eigentlich erst für den Spätsommer dieses Jahres geplant, erste Resultate sickerten jedoch bereits jetzt durch.

Großangelegte Studie

Durchgeführt wurde die Untersuchung von 2008 bis 2010 durch das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Die sogenannte GRETA-Studie (German Representative Study of Toddler Alimentation) entstand zudem unter Mitwirkung von TNS Healthcare München und unter Finanzierung der Nestlé Nutrition GmbH und widmet sich den Ernährungsgewohnheiten von Kleinkindern im Alter von zehn bis 36 Monaten.

Gesundere Ernährung bei höheren Bildungsschichten

Überraschend habe die Studie hervorgebracht, dass Kinder auch nach dem Übergang zum Familienessen häufig noch Brei essen, manche sogar bis zum dritten Lebensjahr. „Entweder essen sie ihn gerne oder bei den Eltern herrscht ein gewisses Sicherheitsdenken, weil sie mit Brei nichts falsch machen könnten“, vermutet FKE- Ernährungswissenschaftlerin Annett Hilbig. Weniger überraschend war die Erkenntnis, dass Kinder in Familien höherer Bildungsschichten tendenziell besser ernährt werden. Das liege unter anderem an der Wahl frischer Lebensmittel, erklärte Hilbig weiter.

Verbindliche Regeln fehlen

Weisen Kinder gesunde Bestandteile der Nahrung zurück, sollten Eltern den Forscher zufolge stets hartnäckig bleiben. Die sogenannte “Neophobie”, die Angst bei Kleinkindern vor Neuem, lasse sich mit kleinen Portionen und kontinuierlichem Anbieten nach der Zeit überwinden. Ungesundes sollte dagegen nur einschränkt angeboten, aber nicht verboten werden. Nach Angaben der Ernährungswissenschaftlerin sei gegen Pommes, Limonade oder Süßes nichts einzuwenden, wenn es etwas Besonderes bleibe.

Lückenhafte Erforschung der Thematik

Das FKE Dortmund widmet sich der Erforschung der Ernährung, Entwicklung und des Wachstums von Kindern vor dem Hintergrund, schon im Kindesalter die Weichen in Richtung einer verbesserten Bevölkerungsgesundheit zu stellen. Über die Ernährungsgewohnheiten speziell von Kindern in den ersten drei Lebensjahren ist bislang nicht viel bekannt, weder in Deutschland, noch international.

2017-10-16T10:27:51+00:00 23. Mai 2011|Ernährung, Gesundheit, Testberichte|