Gesundheitsförderung und Präventionsmaßnahmen nehmen bei den gesetzlichen Krankenkassen einen zunehmend hohen Stellenwert ein. Das zumindest ist das Ergebnis des aktuellen Präventionsberichtes des GKV-Spitzenverbandes (siehe PDF) und des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes (MDS). Dem jetzt veröffentlichten Report zufolge gaben die Kassen in 2015 mehr als 317 Mio. Euro für Maßnahmen und Förderungen in diesem Leistungsbereich aus – und damit neun Prozent mehr als im vorangegangen Jahr.

Mehr Förderung für Präventiv-Projekte in Lebenswelten

Vor allem konkrete „Projekte in Lebenswelten“ wurden durch die Krankenkassen gefördert. Soll heißen: Kitas, Schulen, Vereine und Wohngebiete erhielten 2015 insgesamt mehr als 38 Mio. Euro zur Förderung von Gesundheits- und Präventionsangeboten. Die Kassen nahmen damit 20 Prozent mehr Gelder in die Hand, um insbesondere sozial benachteiligte Menschen direkt zu erreichen. Offenbar mit Erfolg: Ganze 43 Prozent der mit den geförderten Projekten erreichten Grundschulen und 24 Prozent der Kitas mit geförderten Gesundheitsangeboten lagen in sozialen Brennpunkten.

Verstärktes Engagement für betriebliche Gesundheitsförderung

Daneben verstärkten die Krankenkassen auch ihr Engagement für die betriebliche Gesundheitsförderung. Knapp 11.000 Unternehmen bzw. rund 1,3 Mio. Versicherte profitierten von den mehr als 76 Mio. Euro, die die GKV zur Gesundheitsförderung bereitstellte. Die Ausgaben der Krankenkassen für Maßnahmen zur Gesundheitsstärkung und Reduzierung von arbeitsbedingten gesundheitlichen Belastungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent zu. Die Kassen tragen damit dem Fakt Rechnung, dass nicht nur die Unternehmen, sondern auch die Versicherungsanbieter, von physisch und psychisch gesunden Mitarbeitern profitieren.

Mehr Ausgaben für individuelle Präventivangebote zur Gesundheitsförderung

Aber nicht nur die Krankenkassen selbst, sowie Unternehmen und das direkte Umfeld, bieten Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention von Überlastung an – die Kassen unterstützen auch die Teilnahme an individuellen Präventionsangeboten. Für Kurse, die den Förderbedingungen der Krankenkassen entsprechen, wurden zwar nicht mehr Teilnehmer registriert – dafür stiegen die damit verbundenen Ausgaben der GKV um fünf Prozent auf mehr als 203 Mio. Euro. Gefördert wurden damit neben Bewegungs- und Ernährungskursen u.a. auch Angebote zur Raucherentwöhnung und Stressbewältigung.

Gesundheitsförderung ist gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe

Dass die Krankenkassen zum wiederholten Male mehr Geld in Prävention und Gesundheitsförderung stecken, ist kein Zufall. Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, betont in diesem Zusammenhang, dass die Kassen dieses Engagement in den kommenden Jahren massiv verstärken werden. Ziel ist es, die Gesundheitsförderung systematisch weiterzuentwickeln, um beispielsweise sogenannten Volkskrankheiten und den damit verbundenen hohen Kosten effektiv vorzubeugen. Gelingen kann dieses Vorhaben laut Kiefer allerdings nur gemeinschaftlich auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Unternehmen und Politik unterschiedlichster Branchen und Ressorts sind damit aufgefordert, sich ebenfalls für ein Mehr an Prävention in Form von finanzieller Förderung sowie Aufklärung und konkreten Maßnahmen zu engagieren.