/, International, Politik, Versicherung/Gesundheitskarte für Flüchtlinge – Vor 2017 keine definitiven Entscheidungen zu erwarten

Gesundheitskarte für Flüchtlinge – Vor 2017 keine definitiven Entscheidungen zu erwarten

Der Zugang zur medizinischen Versorgung muss und soll Flüchtlingen gewährt werden, parallel ist es das Ziel, damit auch die Behörden zu entlasten. Das soll durch die Gesundheitskarte für Flüchtlinge in weiteren Teilen der Bundesrepublik erreicht werden. Eine Entscheidung, wie dies im Detail umgesetzt werden soll, wird aber vor 2017 nicht erwartet.

Wie Medien berichten, sollen Städte eigenständig und aus freien Stücken entscheiden, ob sie die Gesundheitskarte für Flüchtlinge entweder einführen möchten oder aber das alte Prozedere beibehalten, dass die ihrer Stadt zugewiesenen Flüchtlinge für den medizinischen Bedarf immer einen Behandlungsschein für den Arztbesuch ausgestellt bekommen.

Höhere Pauschalleistungen an die Krankenkassen

Die Fachverwaltung zeigt nach wie vor Skepsis, was diese Thematik angeht. Der durch das Land mit den jeweiligen Krankenkassen vereinbarte Rahmen sieht vor, dass Gesundheitskarten jeweils von den kommunalen Behörden ausgestellt werden sollen. Eine Antragstellung, das Ausweisfoto sowie auch die Bearbeitung der gesamten Thematik – all das wird den Städten überlassen. An- und auch Ummeldungen sowie Ersatzausstellungen bei dem Verlust der Karte gehen ebenso zu Lasten der Städte. Von Seiten der Städte wird befürchtet, dass die Ausstellung der Versicherungskarte für Flüchtlinge den Mitarbeitern der Städte mehr Arbeit verursachen könnte als die Ausstellung der Behandlungsscheine.

Nicht zuletzt geht es auch um die Kosten. Krankenkassen sind berechtigt, für die Gesundheitskarte jeweils eine Verwaltungspauschale von acht Prozent zu erheben. Im derzeitigen Verfahren liegt der Kostenaufwand bei fünf Prozent. Seitens der Kommunen herrscht zum Teil Unverständnis darüber, dass die komplette Mehrarbeit bei ihnen aufzulaufen scheint. Mit Vorsicht wird die Thematik der Gesundheitskarte für Flüchtlinge auch deshalb bedacht, da bereits Erfahrungen aus anderen Städten bestehen, die durchaus als zwiegespalten zu bezeichnen sind.

Erfahrungswerte: Weiteres Zahlenmaterial benötigt

Welche Kosten letztlich aus der Bearbeitung des großen Gesellschaftsthemas Gesundheitskarte für Flüchtlinge entstehen, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht seriös beurteilt werden. Verlässliche Zahlen liegen nicht vor. In vielen Städten ist die Karte erst im Jahr 2016 eingeführt worden und somit bestehen hinsichtlich der aufkommenden Kosten noch keine verwertbaren Erfahrungen. Neue Aufschlüsse sind zu erwarten, wenn die Abrechnungen der Krankenkassen zum Jahresende vorliegen. Die meisten Städte werden wohl erst weiterführende Entscheidungen fällen, wenn auch Zahlen aus anderen Städten vorliegen.

Ob und wann die Gesundheitskarte für Flüchtlinge flächendeckend eingeführt werden soll, diese Entscheidung wird sich offenbar noch ein paar Monate hinziehen. In diesem Zusammenhang muss sich auch klären, wie die befürchteten, als unüberschaubar bezeichneten Kosten und der Mehraufwand, der sich aus der Neuregelung ergeben könnte, zu handhaben sind.

2017-10-16T09:25:43+00:00 26. Oktober 2016|Gesetzlich, International, Politik, Versicherung|