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Gesundheitsbranchen entwerfen Positionspapier zur nationalen Dialogplattform E-Health-Zielbild

Acht Industrieverbände aus unterschiedlichen Branchen der Gesundheitswirtschaft stellten vor Kurzem ihr Positionspapier zur Dialogplattform E-Health-Zielbild vor. Ein wichtiger Punkt darin ist, medizinische Daten sicher zu vernetzen und vertrauenswürdig zu nutzen. Der Aufruf dieser Verbände zur Entwicklung eines nationalen E-Health-Zielbildes datiert bereits von Januar 2018.

Politische Moderation

Diese von den Industrieverbänden gewünschte Diskussionsplattform zielt auf den E-Health-Aktionsplan 2020. Er ist Teil des Koalitionsvertrages der amtierenden Bundesregierung. Die industrielle Gesundheitswirtschaft beschäftigt in Deutschland eine Million Menschen, die 77 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr erarbeiten. Das sind 22 Prozent der Bruttowertschöpfung der gesamten deutschen Gesundheitswirtschaft. Das Positionspapier strebt die Voraussetzungen für eine konsequente Digitalisierung anhand der nationalen E-Health-Strategie an und beschreibt eine bessere Vernetzung unterschiedlicher Politikfelder und Branchen des Gesundheitswesens unter einer zentralen politischen Moderation.

Vernetzung und Datenstandards

Die acht beteiligten Verbände der Gesundheitswirtschaft führen dazu die wichtigsten Herausforderungen der Digitalisierung im Gesundheitssystem zusammen. Ein wichtiger inhaltlicher Aspekt ist zum Beispiel ein Datenmodell, das die Nutzbarkeit von Forschungs- und Versorgungsdaten beschreibt. Im Rahmen von Big Data Anwendungen sollen „gesetzliche Erlaubnistatbestände“ geschaffen werden. Angestrebt wird auch die Interoperalität von IT-Systemen auf der Basis von Datenstandards. Interoperalität bedeutet die Fähigkeit zur Zusammenarbeit verschiedener Systeme, Techniken und Organisationen.

Zugang zu digitalen Versorgungsangeboten

Patienten sollen regelmäßig einen schnellen Zugang zu innovativen, digitalen Versorgungsangeboten erhalten. Dafür fordert das Positionspapier transparente und verlässliche Wege für Zugang und Erstattung. Die Verfasser sind überzeugt davon, dass alle Beteiligten am Gesundheitssystem bei der Umsetzung des digitalen Wandels von ihren Vorschlägen profitieren. Sie ermöglichten eine bessere Orientierung sowie die Definition konkreter Ziele und die Wege dorthin. Zurzeit nämlich, beklagen die Autoren, werden die meisten komplett telemedizinischen oder telemedizinisch unterstützten Leistungen nicht erstattet.

Neue Einwilligungsmodelle für Patienten

Das Positionspapier spricht von regulatorischen Grundsätzen wie Zweckbindung, Datensparsamkeit und Personenbezug. Sie müssten vor dem Hintergrund von Vernetzung, Präzisionsmedizin und Versorgungsforschung allerdings neu gedacht werden. Die Verfasser haben eine datenbasierte Gesundheitsstruktur im Blick. Dazu ist es nach ihrer Auffassung nötig, die Datennutzung auszuweiten über den ursprünglichen Zweck der Datenerhebung hinaus. Die Begründung in dem Positionspapier dafür lautet: Künftige Verwendungsarten in der Forschung kannte die Medizin bei der Datenerhebung oftmals noch gar nicht. Dafür müssten andere Einwilligungsmodelle für Patienten entwickelt werden. Selbstverständlich, so die Autoren, geschehe dies unter „Einhaltung der anerkannten ethischen Standards der wissenschaftlichen Forschung“. (kt)

2018-07-19T14:47:59+00:006. August 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Politik|