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Gesundheits-Apps erobern den Markt – Was können Sie wirklich leisten?

Selbstmanagement, Prävention, Gesundheitsförderung – egal welche Ausrichtung, die sogenannten Gesundheits-Apps erobern zunehmend den Markt. Das Angebot der “digitalen Helfer” ist nahezu unendlich. Dabei können die Apps einen erheblichen Mehrwert bieten, wenn die richtige Qualität dahinter steckt. Aber nicht immer halten die Angebote, was sie versprechen. Gerade dadurch können die zahlreichen Vorteile, die suggeriert werden, schnell zu einem Risiko werden.

Chancen und Risiken von mobile Health

Bereits 2016 lies das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) eine Studie in Auftrag geben, in der die Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps untersucht wurden. Laut der am Peter L. Reichertz Institut für medizinische Informatik erarbeiteten Studie gibt es weit mehr als 100.000 Gesundheits-Apps. Diese stetig steigende Zahl an Apps macht es Verbrauchern umso schwerer, gute Angebote zu identifizieren. Das BMG sieht zukünftig die Notwendigkeit von klar definierten Qualitätsstandards für den Bereich mobile Health. Ein signifikanter Nutzen durch die Anwendung von Gesundheits-Apps konnte zwar nicht herausgearbeitet werden, doch gibt es mehrere Hinweise darauf, dass solche Apps vor allem die Selbstdisziplin ankurbeln. Wer diese nutzt, wird körperlich aktiver und kann von den positiven Auswirkungen auf die Ernährung sowie die Gewichtskontrolle profitieren. Mobile Health besitzt damit echtes Potential, dass Gesundheitswesen zu verändern. Die Aufklärung über mögliche Risiken von Gesundheits-Apps sowie eine stete Risikoanalyse durch die Hersteller seien zukünftig unabdingbar.

Codecheck – Innovation trifft auf Information

Das schweizer Unternehmen Codecheck ist ein Paradebeispiel für den wachsenden Markt der Gesundheits-Apps. Der Anbieter gewährt zahlreiche Informationen in Form von Beiträgen zu allen relevanten und interessanten Themen aus dem Gesundheitssektor. Tipps, Trends und News geben einen umfangreichen Überblick für Wissensdurstige. Der eigentliche Clou der App – der Barcode-Scanner. Über die Anwendung kann der auf den Produkten befindliche Bar- oder QR-Code beim Einkaufen eingescannt werden. Der User bekommt Informationen in Echtzeit (Beispiel ÖPNV Rheinland-Pfalz) über die Inhaltsstoffe und Nährwerte. Oft ist es für Verbraucher nicht ersichtlich, ob sich bestimmte Inhalte in den Produkten befinden, da diese nicht direkt als solche aufgeführt sind. Das vielfach umstrittene Palmöl beispielsweise kann unter mehr als ein Dutzend Bezeichnungen vorkommen. Mit Hilfe der Anwendung werden eben solche Informationen für Nutzer transparent. Codecheck stellt Inhalte in den Kategorien Gesundheit, Fitness oder Kosmetik zur Verfügung.

Auch Krankenkassen erkennen den Trend

Gesundheits-Apps sollen in die Regelversorgung der Krankenkassen aufgenommen werden. So fordern es zumindest Befürworter. Auch im E-Health-Gesetz ist festgeschrieben, dass solche digitalen Anwendungen die Versorgung verbessern können und infolgedessen auch durch Krankenkassen erstattet werden sollten. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) wünscht sich, dass der Kontakt zwischen App-Betreibern und den Kassen zukünftig gestärkt wird.

Während die Leistungserstattung eine mögliche Ausrichtung wäre, steigen die Krankenkassen zunehmend in den Markt von mHealth ein. Zahlreiche Kassen bieten bereits selbst Gesundheits-Apps unter anderem in den Bereichen Service, Ernährung, Telemedizin, Bewegung oder Stress an. So können Verbraucher beispielsweise die Migräne- oder Allergiker-App “Husteblume” der Techniker nutzen. Auch die Barmer betreibt Gesundheits-Apps, wie etwa Teledoctor sowie FIT2GO und bietet damit eine echte Alternative für Verbraucher. Sie treten jedoch gleichzeitig in den bedingten Wettbewerb mit zahlreichen InsurTechs, wie etwa das Startup TeleClinic.

Hochschulen reagieren mit neuen Studiengängen

Die Digitalisierung der Medizin (eHealth) und die gesundheitsbezogene Nutzung von mobilen Endgeräten (mHealth) gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei nicht um einen kurzlebigen Trend handelt. So entstehen zahlreiche Anwendungsbereiche, die auch die Versorgung verbessern können. Monitoring chronisch Kranker, zeitliche und örtliche Flexibilität und die Erhebung medizinischer Daten sind nur einige Vorteile aus diesem Segment. So hat es FibriCheck geschafft, per App den Herzrhythmus kontrollieren zu lassen und vor einem anstehenden Herzinfarkt zu warnen. Bei dieser Entwicklung erscheint es nicht merkwürdig, dass auch die Universitäten und Hochschulen innovative Studiengänge anbieten, wie es etwa an der Hochschule Flensburg der Fall ist. Bereits 2007 wurde das immer wichtiger werdende Thema erkannt und der Masterstudiengang für eHealth eingeführt. 2013 gründete die Hochschule dann zusätzlich das Institut für eHealth und Management im Gesundheitswesen und nimmt damit eine Vorreiterrolle ein. Die Vielzahl an nationalen und internationalen Projekten, sowie die enge Zusammenarbeit mit Organisationen und Krankenhäusern bietet nicht nur den Studierenden einen echten Mehrwert. 

2018-03-15T09:56:39+00:00 22. Februar 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Vorsorge|