Wer ins neue Jahr startet, trägt häufig den Vorsatz der gesünderen Ernährung mit im Gepäck. Grund dafür ist nicht nur die bewusste Entscheidung zur Ernährungsumstellung, sondern auch das Marketing der Lebensmittelindustrie. 2018 war wieder ein Jahr der Superfoods – der hoch angepriesenen Lebensmittel aus aller Welt, die den Menschen glücklicher und gesünder machen. Doch nichts macht auf Dauer glücklicher, als ein gesunder Geist und gute Gedanken. Diese entstehen bekanntlich im Gehirn. Wer seinen gesunden Vorsatz umsetzen will, kann also gleich mit Brainfood beginnen.

Superfood war 2018 – Jetzt kommt Brainfood

Was haben Chiasamen, Gojibeeren, Feijoa und Wakame-Algen gemeinsam? Am Anfang weiß keiner, wie man sie ausspricht und sie werden von der Lebensmittelindustrie als Superfood angepriesen. Dabei soll es sich um Lebensmittel handeln, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe unsere Gesundheit, unser Wohlgefühl und unseren Heilungsprozess besonders ankurbeln. Dass dies auch durch heimische Sorten geleistet werden kann, ist im Marketing noch nicht angekommen. Doch nun gibt es einen neuen Food-Trend, der es speziell auf die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns abgesehen hat: das sogenannte Brainfood. Damit werden speziell Nahrungsmittel bezeichnet, die unser Gehirn zum Arbeiten braucht. Neben Wasser, Sauerstoff und Blut sind bestimmte Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette und Vitamine nötig, damit der Verstand nicht lahmt und eine frische Munterkeit aufrecht erhalten bleibt. Die gute Nachricht für alle umweltbewussten Naturliebhaber: In Deutschland wachsen viele Lebensmittel mit zahlreichen Inhaltsstoffen, die es in sich haben.

Die Energie der Kohlenhydrate

Um genügend Energie zu haben, verlangt das menschliche Gehirn zunächst nach Kohlenhydraten. Klingt nach Currywurst und Pommes? Mitnichten: Um dauerhaft auf hohem Niveau arbeiten zu können, bedarf es komplexer Kohlenhydrate, die ihre Energie langsam und stetig abgeben. Süßigkeiten und Fast-Food machen erst in großen Mengen satt und setzen einen Energie-Rausch frei, der schnell wieder vorbei ist. Dadurch werden letztendlich nur neue Fettpolster eingelagert. Nahrungsmittel, die ein bisschen mehr Zeit zur Verdauung brauchen, sind da schon viel effektiver und gesünder. Dazu zählen zum Beispiel Bananen, Kartoffeln, Nüsse, Trockenobst, Vollkornprodukte und diverse Hülsenfrüchte wie Bohnen, Linsen und Erbsen. Die enthaltene Glucose wird im Körper Stück für Stück verarbeitet, bevor sie ins Blut und ins Gehirn gelangt. Dadurch entsteht eine konstante Energiezufuhr und auch der Hunger lässt länger auf sich warten.

Aufbau und Schutz durch Eiweiß und Fett

Um unsere Gedanken, Gefühle und Sinneseindrücke zu vernetzen, sind Botenstoffe für die Weiterleitung der Informationen zuständig. Diese winzigen Botschafter bestehen aus Aminosäuren, welche aus Eiweiß gebildet werden. Ganze 16 Aminosäuren kann der Körper selbst produzieren, für die restlichen acht braucht er die richtige Nahrungszufuhr. Heimische Lebensmittel, die nach der Verdauung gewissermaßen zum Botenstoff aufsteigen, sind zum Beispiel Harzerkäse, Emmentaler, Putenbrust, Rind, Hüttenkäse, Magerquark, Eiklar, Matjes-Hering und wieder einmal Hülsenfrüchte. Damit die Schaltzentrale im Kopf gut geschützt liegt, ist sie zudem in ein Fettgewebe eingebettet. Besonders wichtig für den Aufbau dieses Gewebes sind die ungesättigten Fettsäuren, wie die hoch gelobten Omega-3-Fettsäuren. Zum Schutz des Gehirns tragen daher besonders Nüsse (Walnüsse), hochwertiges Raps-, Lein- oder Walnussöl, Samen sowie fette Fischsorten bei. Zu den heimischen Arten zählen Aal, Hering und Sardinen. Wer sich nicht nur gesund sondern auch nachhaltig ernähren will, kann zudem darauf achten, dass der gekaufte Fisch mittels Handleinen gefangen wurde, die Eier im Kühlschrank aus Freilandhaltung stammen und das Rinderhack ohne Massentierhaltung entstanden ist.

Vom Sender zum Empfänger – Vitamine und Mineralstoffe

Ebenso wie das Eiweiß, tragen auch zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe zur Herstellung von Botenstoffen und zum Einfangen von freien Radikalen bei. Letztere helfen dem Immunsystem bei der Fremdkörper-Abwehr, führen in zu hohem Maß aber auch zu Zellschäden. Die Balance wird durch die Vitamine A, C, E, B1, B6, B12 und Folsäure aufrechterhalten. Diese finden sich unter anderem in verschiedenen Obstsorten wie Beeren, Sanddorn und Hagebutte wieder. Zudem sind sie in Gemüse wie Karotten, Mais, Kürbis, Kohl, Tomaten, Kartoffeln, Spinat und Brokkoli vorhanden. Tierische Produkte, die einige dieser Vitamine enthalten, sind beispielsweise Butter, Käse, Eier und Leber. Nicht zuletzt sind sie auch in Nüssen, Samen, Pflanzenölen, Getreide, Weizenkeimen und Hülsenfrüchten enthalten.
Um eine reibungslose Informationsübertragung zu gewährleisten, sind außerdem Eisen, Calcium und Magnesium von besonderer Bedeutung. Ersteres findet sich ebenfalls in Hülsenfrüchten wieder, ebenso wie in Haferflocken, Spinat, Feldsalat, Brokkoli, Johannisbeeren, Weizenkeimen, Fleisch, Fisch und sogar in Zuckerrübensirup. Calcium kommt besonders in Brokkoli, Grünkohl, Fenchel, Chinakohl, Vollkorn- und Milchprodukten, sowie Nüssen und Samen vor. Magnesium findet sich beispielsweise in Spinat, Grün- und Rosenkohl, Kohlrabi, Brokkoli, Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und den Alleskönnern: Hülsenfrüchten wieder.

Bewusst lebt es sich gesünder

Wer sich wirklich nachhaltig gesund ernähren will, für den eignet sich nach wie vor am besten das Motto: “Bunt is(s)t gesund”. Damit sind nicht die hübsch designten Süßigkeiten- oder Tiefkühlpizza-Verpackungen gemeint, sondern die Vielfalt der Nahrungsmittel, die auf den Tisch kommen. Sich aufgrund von Sport-Diäten oder Promi-Ratschlägen plötzlich nur noch von Thunfisch und Reis zu ernähren, ist auf Dauer auch zu einseitig und vor allem nicht gesund. Denn die Merkmale einer guten Diät liegen nicht zuletzt in der Diversität und Qualität der aufgenommenen Lebensmittel. Da Brainfood sich nicht auf spezielle Lebensmittel bezieht, sondern eher auf deren wertvolle Inhaltsstoffe abzielt, bietet es viele Möglichkeiten und Varianten der Ernährung an. Dieser Trend ist letztendlich eine Bewusstmachung, welche Nahrungsmittel (Kategorien) gesund für uns sind und was davon in letzter Zeit womöglich unverdienterweise von unserem Speiseplan gerutscht ist. (vk)