Braune Haut wirkt auf uns attraktiv – aber ist sie auch so gesund, wie sie uns erscheinen mag? Wer von Natur aus hellhäutig ist, versucht oft durch ein ausgiebiges Sonnenbad oder durch einen Besuch im Solarium, die begehrte Tönung der Haut­oberfläche zu erreichen. Vornehme Blässe wird meist einem eher kränklichen Menschen zugeschrieben. Schimmert die Haut in sanftem Goldbraun, verbinden wir dies mit einem widerstandsfähigen Charakter, doch dieser Eindruck täuscht. Die gefährlichen UV-Strahlen können die Haut nachhaltig schädigen.

Experten raten: Sonne meiden!

Die schädliche Wirkung der UV-Strahlen wird von vielen unterschätzt. Es muss nicht immer gleich der Sonnenbrand sein, der sich negativ auf die Struktur der Haut auswirkt. Wer sich häufig intensiver Sonneneinstrahlung aussetzt, riskiert damit eine Veränderung des genetischen Materials der Haut. Die hieraus resultierenden Folgen reichen von vorzeitiger Hautalterung, bis hin zu Hautkrebs, so Prof. Thomas Dirschka, Dermatologe aus Wuppertal. Die Symptome der Erkrankung zeigen sich häufig erst nach Jahrzehnten. Wie die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) mit Hinweis auf eine Studie prognostiziert, steigt die Zahl der Patienten mit hellem Hautkrebs weltweit rasant an,  bis zum Jahr 2030 soll sie sich nahezu verdoppeln. Überdurchschnitt­lich oft erkranken insbesondere hell­häutige Hauttypen an dieser Krebsform.

Sollte die Prognose eines Anstiegs von Hautkrebs zutreffen, werden sich mehr Menschen mit der Erkrankung auseinandersetzen müssen. Schon heute gilt der weiße Hautkrebs – auch als Basaliom oder Basalzellkarzinom bezeichnet – als die häufigste Krebsdiagnose im mitteleuropäischen Raum. Die guten Nachricht ist: Hautkrebs lässt sich in den allermeisten Fällen behandeln und sogar heilen, bei Früherkennung sogar in über 90 Prozent.

Diagnose Krebs: Patienten ganzheitlich betrachten

Viele denken bei der Diagnose jedoch an Operation mit Bestrahlung und Chemotherapie als weitere Therapiemaßnahmen. Aber es kann auch anders gehen. Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V. (GfBK) berichtet auf ihrem Internetportal sehr umfassend zu alternativen Sichtweisen und Behandlungen, die Erfahrungen aus der Alternativmedizin mit denen der Schulmedizin zusammenbringt. Der Verein sieht sich als Quelle für Informationen und Austausch für und mit betroffenen Patienten. Im Fokus steht eine moderne Krebsmedizin mit verschiedenartigen Ansätzen einer ganzheitlichen Betrachtungsweise des Menschen – der Krebs wird nicht isoliert betrachtet.

Für eine erfolgversprechende Therapie sind laut der GfBK die Patienten auch selbst gefragt: Sie sollten sich möglichst umfassend informieren, z.B. eine Zweitmeinung von einem Spezialisten einholen oder beim ärztlichen Beratungsdienst der GfBK nachfragen. Weiterhin wird grundsätzlich empfohlen, die Psyche zu stabilisieren und das Immunsystem zu stärken – beide spielen eine wesentliche Rolle im Heilungs­prozess. Nachweislich helfen können, je nach Art und Schwere der Krebserkrankung, naturheilkundliche Methoden. Speziell beim Hautkrebs ist seit Jahren bekannt, dass sich Mistelpräparate besonders positiv auf das Immunsystem auswirken. Dennoch gilt die Devise, gerade um das Risiko für Hautkrebs zu verhindern: Vorbeugen ist besser als heilen.

Sonnenlicht genießen – aber mit Verstand

Sonne und Licht sind ein echtes Lebenselixier. Sonnenstrahlen wärmen nicht nur unsere Haut, sondern auch unsere Seele. Sie setzen Glückshormone frei, sorgen dafür, dass unser Körper uns mit dem lebenswichtigen Vitamin D3 versorgt und betten uns in ein allgemeines Wohlgefühl. Trotz der guten Eigenschaften sollte man nie die vom Sonnenlicht ausgehenden Gefahren vergessen. Prof. Eckhard Breitbart, erster Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP), empfiehlt, sich nur in Maßen der ultravioletten Strahlung auszusetzen. Für ihn ist die Grenze mit zwei bis drei Spaziergängen pro Woche mit einer Dauer von jeweils ca. 10 bis 15 Minuten erreicht. Die Mittagssonne sollte man generell meiden, so Prof. Thomas Dirschka, der Mitglied im Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) ist.

In den Sommermonaten häufig zuviel, haben wir in der Winterzeit oft zu wenig Sonne: In der dunklen Jahreszeit und bei trübem Wetter leiden wir eher an Verstimmungen. Glaubt man aktuellen Ernährungstrends, soll sich ein Mangel an Vitamin D sowie ein Lichtmangel durch Pilze ausgleichen lassen.

Wie man sich vor schädlicher Strahlung schützt

Der optimale Sonnenschutz beginnt mit entsprechender Kleidung. Eine Kopfbede­ckung mit breiter Krempe schützt Augen, Ohren, Gesicht und Nacken. Langärme­lige T-Shirts und lange Hosen sind ebenfalls eine Empfehlung. Prof. Eckhard Breitbart rät, Körperteile, die nicht bedeckt sind, mit einer Lotion einzucremen, deren Lichtschutz­faktor für Kinder und hellhäutige Menschen mindestens 30 betragen sollte. Der Besuch im Solarium sollte immer eine Ausnahme sein. Wer dennoch nicht auf Bräune verzichten möchte, der kann zum Selbstbräuner greifen. „Die Cremes können ohne jede Bedenken verwendet werden“, so Prof. Breitbart.