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Gesetzliche Krankenkassen: Zahl der Versicherten steigt auf Rekord-Hoch

Die Mitgliederzahl in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigt auf ein Rekordhoch an. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 83 Millionen Menschen in Deutschland  liegt sie mit ca. 72,7 Millionen Versicherten deutlich vor den privaten Krankenversicherungen. Diese Zahlen begründen sich unter anderem in der guten Beschäftigungslage mit vielen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen.

Zuwanderung beeinflusst die Anzahl der GKV Versicherten positiv

Ein weiterer Grund für die hohe Anzahl an Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung ist auf die steigende Einwanderung nach Deutschland zurückzuführen. Da jeder Einwohner der Bundesrepublik gesetzlich einer Krankenversicherungspflicht unterliegt, werden auch Asylsuchende, soweit sie noch nicht als Flüchtlinge anerkannt sind, von den Kommunen finanziert. Nach 15 Monaten greift bei vielen von Ihnen der Bezug von Hartz IV. Vom Bund wird zur Zeit ein Krankenkassenbeitrag von pauschal knapp 100 EUR für Hartz 4 Empfänger finanziert, der aber bei Weitem nicht kostendeckend ist. Seit 2015 sind es mehr als 1,4 Millionen Menschen, die in der Bundesrepublik Asyl suchen. Das geht unter anderem aus einem Bericht der Heinrich-Böll-Stiftung von Dezember 2017 hervor. Demnach ist auch an den Rekordzahlen in der GKV zu sehen, dass dies neue Herausforderungen für Bund und Gesellschaft mit sich bringt. Die Heinrich-Böll-Stiftung ist eine in Berlin ansässige politische Stiftung, die sich unter anderem für eine demokratische Einwanderungs­gesellschaft stark macht. Kulturelle Vielfalt und die Grundwerte einer Demokratie sollten keine Gegensätze bilden. Die Stiftung arbeitet in diesem und anderen Zusammenhängen eng mit den Landesstiftungen aller Bundesländer zusammen.

Rekordzahlen bedeuten auch mehr Pflegeversicherte

Mit der hohen Zahl an gesetzlich Krankenversicherten gibt es auch so viele versicherte Personen in der Pflegeversicherung, wie nie zuvor. Die Pflege, die so oft in der Kritik steht, gewinnt durch das steigende Durchschnittsalter mehr und mehr an Bedeutung. Bei Millionen von potenziellen Pflegebedürftigen macht es nur Sinn, sich des Themas verstärkt anzunehmen und dessen Möglichkeiten und Chancen auszuschöpfen. Diesem Anliegen kommen zahlreiche weltliche und kirchliche Hochschulen und Wohlfahrtsverbände, wie etwa die im Pflegebereich aktive Caritas, nach. Sie sehen ihre Aufgabe vordergründig in der Hilfestellung für Menschen in Notlagen, ungeachtet von Geschlecht, Alter oder Herkunft. Auch die Theologische Hochschule Friedensau hat in ihren Prinzipien den Menschen als Mittelpunkt ihres Handelns tief verankert. Die internationale Hochschule, die unter anderem für Chancengleichheit plädiert, bietet diverse Bachelor- sowie Masterstudiengänge im Bereich der Gesundheits- und Pflegewissen­schaften an. Dabei arbeitet sie eng mit nationalen und internationalen Trägerschaften zusammen. So schafft sie die Grundlage für eine Zukunft, in der einerseits grundsätzliches Interesse am Menschen besteht und andererseits die Bereitschaft, den Millionen eines Tages auf Hilfe und Pflege angewiesenen Versicherten zur Seite zu stehen.

Bedeutung der PKV sinkt

Letztlich ließe sich die Rekordzahl an GKV-Versicherten auch mit dem leichten Wechseltrend der Privatversicherten zurück zur gesetzlichen Krankenversicherung begründen. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte entsprechend auch die Bedeutung und der Einfluss der privaten Versicherungen (Liste) schwinden. So gibt es seit 2012 deutlich mehr Wechsel von der PKV in die GKV als umgekehrt. Laut Bundesregierung verließen von 2012 bis 2015 mehr als 600.000 Menschen die private Krankenversicherung. Allein in den letzten fünf Jahren belief sich der Verlust an Krankenvollversicherten in der PKV auf knapp 190.000. Begründet wird die zunehmende Abwanderung aber nicht ausschließlich mit Unzufriedenheit.

Allein die Tatsache, dass es weit mehr Angestellte in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis gibt und die Zahl der Selbständigen sich deutlich reduziert hat, macht einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung teils unabdingbar – einfach weil die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung nicht länger erfüllt sind. Die Forderungen der SPD, Grünen und Linken nach einer einheitlichen Bürgerversicherung gewinnen mit diesem Trend weiter an Aufwind.

2018-01-12T09:48:54+00:0012. Januar 2018|Gesetzlich, Gesundheit, Politik, Versicherung|