/, Versicherung/Gesetzliche Krankenkassen dürfen im Aktienmarkt aktiv werden

Gesetzliche Krankenkassen dürfen im Aktienmarkt aktiv werden

Gesetzliche Krankenversicherungen haben ab dem 1. Januar 2017 die Möglichkeit, am Aktienmarkt tätig zu werden. Grundlage dafür ist eine Änderung des vierten Sozialgesetzbuches (siehe PDF) sowie anderer Gesetze. Die Grünen-Partei stellte hierzu eine offizielle Anfrage an die Bundesregierung. Diese hat mit einem umfangreichen Überblick zur künftigen Anlagepolitik der gesetzlichen Krankenkassen geantwortet.

Bildung von Deckungskapital sowie Rückstellungen im Fokus

Maximal 10 Prozent der Deckungssumme dürfen Krankenversicherungen ab dem kommenden Jahr in Aktien halten. Grund für diese Neuregelung ist die Änderung von § 171e Abs. 2a SGB V. Auf diesen Paragraphen verweist die Bundesregierung in ihrer offiziellen Stellungnahme (Bt-Drs. 18/10258) an die Kleine Anfrage (Bt-Drs.18/10125) von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. In der Antwort der Bundesregierung heißt es, dass sowohl Krankenkassen als auch deren Verbände seit 2010 dazu verpflichtet seien, bis zum Jahr 2049 ausreichendes Deckungskapital sowie Rückstellungen zu bilden (siehe PDF). Wie die jeweiligen Krankenkassen sich die Kapitalstrategie im Einzelnen gestalten, bliebe ihnen selbst überlassen. Dabei könnten auch soziale, ethische sowie ökologische Aspekte berücksichtigt werden, sofern die Anlagengrundsätze angemessener Ertrag, Sicherheit sowie Liquidität unbeeinträchtigt bleiben.

Positive Erträge sind kaum zu erwarten

Bezüglich des Gesundheitsfonds ist die maximale Anlagezeit auf circa zwei Wochen begrenzt. Auf diese Weise lassen sich finanzielle Mittel kurzfristig als Termineinlagen parken. Einige Ausnahmen bestehen im Bereich der Liquiditätsreserven. Wegen der aktuell niedrigen Zinsen sei laut Bundesregierung nicht mit einem übermäßig hohen positiven Ertrag zu rechnen. Negativzinsen seien allerdings ebenfalls nicht vermeidbar. Diese fielen nach Angaben der Bundesregierung jedoch in Relation zum gesamten Fondsvolumen gering aus. Für das Jahr 2015 betrug die Höhe der Negativzinsen knapp 1,8 Millionen Euro. Dem gegenüber steht der Gesundheitsfonds mit 206 Milliarden Euro.

2017-10-13T12:27:08+00:00 30. November 2016|Gesetzlich, Versicherung|