Erfreuliche Nachrichten für gesetzlich versicherte Herzpatienten: Wer am strukturierten Behandlungsprogramm (DMP) „Koronare Herzkrankheit“ (KHK) teilnimmt und zudem an einer Herzinsuffizienz leidet, profitiert künftig von einer umfassenderen und zielgerichteteren Behandlung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gegenüber jetzt eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen.

Aktualisierung des DMP KHK

Komplexe Krankheitsbilder erfordern neue Therapieansätze: Behandlungsprogramme für Chronisch Kranke wie das DMP KHK erlauben es, komplexe Erkrankungen fachübergreifend gezielt und effektiv zu behandeln. Zumindest sofern die Therapieanforderungen stetig aktualisiert und neue Forschungserkenntnisse berücksichtigt werden. Genau das ist Inhalt der aktuellen Überarbeitung, die das Programm an gesetzliche Vorgaben und den aktuellen Wissensstand anpasst.

Neues Modul ergänzt bisheriges Programm

Ergänzt wird das aktualisierte Programm durch ein neues Modul „Chronische Herzinsuffizienz“ (siehe PDF). Ursache dafür ist, dass chronisch kranke Menschen mit zunehmenden Alter weitere chronische Krankheiten oder Folgeerscheinungen entwickeln. Im Fall der koronaren Herzkrankheit ist es vor allem die chronische Herzinsuffizienz, die gehäuft in Kombination auftritt. Sinnvoll und wichtig ist es in diesen Fällen, Therapien und Therapieziele anzupassen, um eine bestmögliche Versorgung der Betroffenen zu gewährleisten. Zudem erscheint es sinnvoll, gemeinsam auftretende Erkrankungen in ein gemeinsames Behandlungsprogramm zu integrieren, um Doppelbehandlungen, unerwünschte Nebeneffekte medikamentöser Therapien und nicht zuletzt übermäßig hohen Verwaltungsaufwand zu verhindern. Für jede chronische Erkrankung ein eigenes Programm zu erstellen wäre zwar sinnvoll, aber wenig wirtschaftlich und medizinisch auch nicht unbedingt empfehlenswert.

G-BA-Empfehlungen bindend

Das Behandlungsprogramm „Koronare Herzkrankheit“ ist nicht das erste und einzige des G-BA. Bislang liegen DMP für Patienten mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen ebenso vor wie für Betroffene von Brustkrebs und Diabetis mellitus (Typ 1 und 2). Das G-BA hat den gesetzlichen Auftrag, chronische Krankheiten für strukturierte Behandlungsprogramme vorzuschlagen und sie aktuellen Anforderungen und Erkenntnissen entsprechend zu gestalten. Die Vorschläge des G-BA gehen direkt an das Bundesministerium für Gesundheit, das diese in der Regel in die Praxis und damit in Vorgaben für Krankenkassen und behandelnde Ärzte umsetzt.