/, International, Politik/Für Aids und andere Krankheiten: Heilen statt debattieren

Für Aids und andere Krankheiten: Heilen statt debattieren

Der 1. Dezember wird jährlich als Welt-Aids-Tag gefeiert. Nach wie vor kommt es weltweit zu millionenfachen Neuansteckungen. Besonders betroffen ist die afrikanische Region südlich der Sahara. Thematisiert wurde dies bereits Mitte Oktober in Berlin auf dem zehnten Weltgesundheitsgipfel. Rund 2.000 Gesundheitsexperten der Weltgemeinschaft berieten über die gesundheitlichen Infrastruktur und die Vorbeugung vermeidbarer Krankheiten weltweit.

Gesundheitsrisiken im Westen

Bei dem Treffen ging es neben der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern auch um die Eindämmung gesundheitlicher Gefahren in Industrienationen. Wie so viele westliche Länder, hat Deutschland eher gegen Übergewicht und wachsende Antibiotika-Resistenz zu kämpfen, als gegen ehemals so bedrohliche und ansteckende Erkrankungen wie Aids. Die Neuansteckungen mit HIV in Deutschland liegen im europäischen Vergleich sehr niedrig: Im Jahr 2017 kam es zu 2700 Infektionen. Selbst das Sterberisiko ist heute dank einer guten medikamentösen Versorgung sehr niedrig.

Dritte Welt benötigt bessere Gesundheitsversorgung

Die Gespräche auf dem Weltgesundheitsgipfel betrafen dringende Themen wie den Umgang mit Epidemien wie Ebola und Cholera, der Versorgung armer Bevölkerungsteile mit lebensrettenden Impfungen sowie der Behandlung schwerwiegender Krankheiten wie Aids und Tuberkulose. Gerade die Länder südlich der Sahara kämpfen mit schwerwiegenden Krankheiten und schlechter gesundheitlicher Versorgung. Hierzu zählt auch ein schlechter Zugang zu Medikamenten, die bei der Behandlung dieser Krankheiten helfen könnten.

Dass der Gipfel hingegen durchaus Positives bewirken kann, legt ein Bericht der amerikanischen Entwicklungs-Organisation “One” offen: 669 Millionen Menschenleben konnten aufgrund internationaler Investitionen  in den letzten 26 Jahren bereits gerettet werden. Sie alle wären sonst an behandelbaren Krankheiten gestorben. Allein die fünf größten Geberländer USA, Großbritannien, Japan, Deutschland und Frankreich haben laut dem Bericht seit 1990 insgesamt 323 Millionen Leben gerettet. Doch die Entwicklungsgelder stagnieren seit 2014 – und somit stockt auch die Erfolgsbilanz.

Deutschland rettet Leben

Deutschland gab auf dem Gipfel erstmals eine feste Finanzierungszusage an die Weltgesundheitsorganisation: Durch ihre finanzielle Unterstützung für die nächsten Jahre bis 2021, hat die Bundesrepublik damit bereits 28 Millionen Menschen das Leben gerettet. Der WHO wird dadurch ermöglicht, Ausgaben und finanzielle Investitionen mit Gewissheit zu planen: Bislang musste sie häufig auf Spendenhöhe und -zeitpunkt warten, ganze 80 Prozent ihres Haushalts wurde bisher durch freiwillige Spenden abgedeckt. Nur die übrigen 20 Prozent waren Mitgliedsbeiträge, mit denen fest geplant werden konnte.

Neben den Pflichtbeiträgen und weiteren freiwilligen Zahlungen, erhält die Organisation nun 115 Millionen Euro aus dem Ministeriums-Haushalt. Die Gelder sind nicht zweckgebunden und können somit in verschiedene Projekte, wie die medizinische Forschung, die flächendeckende Heilung schwerer Krankheiten und die Lösungssuche im Fall der Antibiotika-Resistenzen fließen.

Neuansteckungen mit HIV hoch südlich der Sahara

Von extremen gesundheitlichen Problemen betroffen sind die Entwicklungsländer – Unterernährung, krankhafter Durchfall, Infektionen und ansteckende Krankheiten haben ein Ausmaß, dass in keiner Industrienation mehr vorstellbar ist. Südlich der Sahara in Afrika sind die Zustände mit am schlimmsten:  Die Hälfte der circa 5,6 Millionen unter Fünfjährigen, die im Jahr 2016 weltweit starben, lebte in diesem Gebiet. Zwei Drittel der eine Million Aids-Toten und der 1,9 Millionen Menschen, die sich mit HIV neu ansteckten, fiel auf die Subsahara-Region. Der Weltgesundheitsgipfel und die WHO sowie viele weitere Hilfsorganisationen helfen bei der Eindämmung dieser Probleme und unterstützen das internationale Krisenmanagement. Ihre Arbeit trug maßgeblich dazu bei, dass die Kindersterblichkeit in Afrika südlich der Sahara zwischen 2000 und 2015 um fast zwei Drittel gesenkt werden konnte und die Müttersterblichkeit sich dort um 15 Prozent verringerte. Auch die Todesfälle durch Aids nahmen in diesem Zeitraum um fast 40 Prozent ab. Sollten die Finanzierungen der dortigen Hilfsprojekte ausbleiben, so würde das Menschenleben im dreistelligen Millionenbereich kosten. (kt)

Von |2018-12-03T09:14:34+00:0030. November 2018|Gesundheit, International, Politik|